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15.05.2018

Gras an Kinder verkauft

Familienvater aus Gelnhausen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von insgesamt drei Jahren verurteilt

Gelnhausen/Gründau (jad). In insgesamt 29 Fällen soll ein dreifacher Familienvater aus Gelnhausen Cannabis an Minderjährige verkauft haben. Nach vorheriger Absprache soll der Angeklagte sich im Zeitraum von August bis Dezember 2016 mit den Jugendlichen unter anderem an der Kinzighalle in Roth, am Bahnhof in Lieblos, an der Anton-Calaminus-Schule in Rothenbergen sowie bei sich Zuhause getroffen haben, um ihnen dort für jeweils 10 Euro etwa 1-Gramm-Tütchen zu verkaufen. Er bestritt den Vorwurf und sagte aus, dass sich die Jugendlichen zusammengetan und sich gegen ihn verschworen hätten. Richterin Petra Ockert sah keine Zweifel an der Schuld des Gelnhäusers und verurteilte ihn gestern zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren.

Der Familienvater sitzt auf der Anklagebank vor dem Gelnhäuser Amtsgericht. Was er dort soll, dass wisse er eigentlich nicht, wie er zu Beginn der gestrigen Verhandlung berichtete. „Ich habe keine Drogen an die Jugendlichen verkauft. Die waren doch immer schon drauf und haben sich das Zeug irgendwo anders in Gelnhausen oder Langenselbold besorgt“, sagte der Angeklagte aus. Das wisse er vom Hörensagen. Die Jugendlichen kenne er nur vom Sehen, weil sein jüngster Sohn derzeit auf die Anton-Calaminus-Schule gehe. „Ab und an kamen die dann zu mir und wollten Geld wechseln oder Zigaretten haben“, berichtete er. Wieso die Jugendlichen erzählen würden, dass er ihnen das Gras gegeben haben soll, wisse er nicht. „Ich verstehe auch nicht, wieso die das mit mir machen wollen. Meine Kinder und ich wollen damit nichts zu tun haben“, betonte der Beschuldigte, der derzeit arbeitslos ist und vom Kindergeld lebt. Er rauche nur Zigaretten – nicht mehr.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 16. Mai.

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