. Wenn das Sterben so himmlisch ist... - GNZ.de
11.06.2018

Wenn das Sterben so himmlisch ist...

Festspiele Hanau: Stehende Ovationen bei „Brandner Kaspar“-Premiere

Von Dieter Schreier
Hanau. Kann man ein urbayerisches Volksstück auf die Bühne der Hanauer Brüder Grimm Festspiele bringen? Ja, man kann. Und zwar erfolgreich, wie die stehenden Ovationen des Publikums bei der Premiere des „Brandner Kaspar“ am Wochenende im Amphitheater zeigten.

Franz von Kobell hat im 19. Jahrhundert die literarische Vorlage geliefert, später wurde es unter anderem von Kurt Wilhelm zum Theaterstück umgeschrieben, dessen Fassung auch die Grundlage für die aktuelle Inszenierung des Hanauer Intendanten Frank Lorenz Engel bildete. In der Geschichte soll der Kleinhäusler Kaspar Brandner vom irdischen Leben abberufen werden. Es gelingt ihm aber den Tod, den „Boandlkramer“ – also Knochenhändler wie er auf urbayerisch genannt wird – zu überlisten. 18 Jahre weiteres Leben handelt er ihm dank Kirschgeist und Beschiss beim Kartenspielen ab. Als einige Jahre später Kaspars Enkelin in jungen Jahren stirbt und im Paradies erscheint, fliegt der ganze Schwindel auf. Über dem Boandlkramer geht ein himmlisches Donnerwetter hernieder und Petrus beauftragt ihn, sofort den Brandner einzuliefern. Diesmal überlistet der Tod den Brandner, der probeweise einen Blick ins Paradies werfen darf. Nach Turbulenzen ob seines beachtlichen Sündenregisters, darf er schließlich mit allerhöchstem Segen in die himmlische Ewigkeit eingehen.

Mehr in der GNZ am 12. Juni.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 1