. Heftiger Streit um Hexenverfolgung - GNZ.de
11.06.2015

Heftiger Streit um Hexenverfolgung

Debatte um Rehabilitierung der Opfer entgleitet ins Polemische

Gelnhausen (dan). Die Hexenverfolgung ist eines der dunkelsten Kapiteln der Stadtgeschichte. 52 Menschen fielen im 16. und 17. Jahrhundert den Hexenprozessen in Gelnhausen zum Opfer. Mit einer am Mittwochabend in der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Resolution will die Stadt die Toten nun rehabilitieren. Dem Beschluss ging eine teils emotionale und ins Polemische abgleitende Diskussion voraus, die erst Bürgermeister Thorsten Stolz mit einem eindringlichen Appell an die Stadtverordneten beenden konnte.

Ausgangspunkt für die Debatte war ein Antrag der Grünen-Fraktion. Deren stellvertretende Vorsitzende, Maren Schwengber, begründete die Rehabilitierung mit dem „historischen Unrecht“ der damaligen Zeit. „Vor der historischen Stadtrechtsfeier ist ein guter Moment, um an das Leid der getöteten Frauen und Männer zu erinnern“, sagte Schwengber.

In ihrem Antrag benennen die Grünen die 31 überlieferten Namen der insgesamt 52 Opfer der Hexen- und Zaubererverfolgung. Besonders bekannt in der Barbarossastadt ist das Schicksal der Elisabeth Strupp, Ehefrau des Gelnhäuser Pfarrers Johannes Stupp. Ihr legte man zur Last, einen Teil des Kirchenschatzes gestohlen zu haben. Elisabeth Strupp wurde am 3. August 1599 hingerichtet. Heute erinnert ein Denkmal vor der Marienkirche (siehe Foto) stellvertretend an die Opfer der damaligen Gräueltaten.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 12. Juni.

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