. Von der „Knochenmühle“ zu Blattfedern - GNZ.de
16.02.2017

Von der „Knochenmühle“ zu Blattfedern

Peter Nickel referiert zum Thema „Die Frankfurt-Leipziger-Straße zur Postkutschenzeit“

Wächtersbach (dl). Auf Einladung vom Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins Wächtersbach, Gerhard Jahn, ließ Peter Nickel vom Geschichtsverein Biebegermünd die Entwicklung der Postbeförderung in der Region Revue passieren. Interessierte Zuhörer versammelten sich in der Aula der Friedrich-August-Genth-Schule und lauschten gebannt. Zu den Zuhörern gehörten auch Dr. Jürgen Ackermann, der Nickel bei seinen jahrelangen Recherchen entscheidend unterstützt hatte, und eine Delegation aus Bad Orb vom Briefmarkensammelverein Kinzigtal.

Anfang des 17. Jahrhunderts war es nur die Briefpost, die von den „Postboten“ zu Pferde auf der Frankfurt-Leipziger-Straße befördert wurde. Mit den sogenannten ordinären Postwagen, im Volksmund wurden die ungefederten Reisekutschen auch „Knochenmühlen“ genannt, übernahm die Post dann im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts die Personenbeförderung auf dieser Strecke.

Nach verschiedenen Versuchen mit Postkutschen, deren Oberteil mit Lederriemen aufgehängt war, brachten dann Blattfedersysteme aus Frankreich erhebliche Erleichterungen für die Reisenden. „Doch zunächst war die Beförderung der Briefpost und später der Fahrpost, Transporte von Handelswaren jedweder Art, das Hauptgeschäft des vom Kaiser Maximilian I. im Jahre 1490 privilegierten Hauses Taxis“, sagte Nickel.

Vor rund 400 Jahren legte der Postmeister Johann von den Birghden im Jahre 1616 im Auftrag der Kaiserlichen Post eine Route zwischen Frankfurt und Leipzig fest, auf der die Postreiter im Abstand von 15 bis 25 Kilometern Stationen vorfanden, wo sie die Pferde wechselten und sich erfrischten. Zur 400-jährigen Geschichte der Poststraße Frankfurt-Leipzig, die auch durch Wirtheim führt, wurde 2015 eine Ausstellung im Heimatmuseum Biebergemünd-Wirtheim eröffnet, zu der eine aufwändig hergestellte Dokumentation veröffentlicht wurde.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 17. Februar.

  • 1
  • 1
  • 2
  • 1
  • 2
  • 1
  • 2
  • 3
  • 1