. „Gelnhausen wird verschandelt“ - GNZ.de
21.04.2017

„Gelnhausen wird verschandelt“

Bahnausbau: Glöckner befürchtet gravierende Folgen für die Stadt

Gelnhausen (re). Der Bürgermeisterkandidat der Gelnhäuser FDP, Daniel Glöckner, sieht die Barbarossastadt durch den geplanten Ausbau der Bahnstrecke Hanau-Würzburg/Fulda massiv bedroht. Eine Variante der möglichen Trassenführung könnte die künftige Stadtentwicklung maßgeblich behindern. Konkret geht es Glöckner um die Variante 1, die kurz hinter dem Gelnhäuser Bahnhof nach Südosten abgehen würde.

„Gelnhausen wird durch die Neubaustrecke städtebaulich stark in seiner Entwicklung eingeschränkt“, befürchtet Glöckner. Besonders die Variante 1 benachteilige die Barbarossastadt in seiner gewachsenen Stadtstruktur. „In der Karte ‚Optimierung Schutzgüter‘ zeigt die Bahn auf, wie sie östlich vom Bahnhof Gelnhausen in den Spessart will. Diese Variante ist für die Stadtregion Gelnhausen/Linsengericht die denkbar ungünstigste Lösung“, kritisiert Glöckner.

Bei dieser Variante müsste nach Meinung des Liberalen eine mehr als 600 Meter lange Brücke, teilweise mit einer Böschung, durch die Kinzigaue gebaut werden, überquere dann ansteigend die Autobahn, um dann wiederum in einem Böschungsabschnitt westlich der Mariengrotte in den Tunnel durch den Spessart nach Osten zu führen. „Bei dieser Trassenvariante entsteht ein riesiges Brückenbauwerk, das den gesamte Charakter im östlichen Stadtgebiet Gelnhausens zerstört“, mahnt Glöckner. Neben diesem Verkehrsbauwerk, das von allen höhergelegenen Stellen in der Gesamtstadt zu sehen sei, würde durch die Aufschüttungen in der Aue zwischen Gelnhausen, Höchst und Altenhaßlau wichtiger Retentionsraum für die Kinzig zerstört. „Wir haben schon enorme Probleme bei Hochwasser. Wenn noch mehr in die Aue hineingebaut wird, gehen wichtige Flächen für das Wasser verloren“, mahnt Glöckner. Es sei lobenswert, dass Gelnhausen von einer Überführung der Kreisstraße 904, den Modernisierungen der Bahnhöfe Hailer-Meerholz und Gelnhausen, der Barrierefreiheit an den Gleisen und vom Lärmschutz profitiere, aber all das stehe in keinem Verhältnis zum „gigantischen Brückenbauwerk“, das Gelnhausen für das nächste Jahrhundert verschandele.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 22. April.

  • 1
  • 1
  • 2
  • 1
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 1