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03.05.2017

Belastung ohne Mehrwert

GEW Hanau kritisiert Lernstandserhebung VERA für Grundschüler

Hanau (jus). Du füllst zehn Gummibärchen in einen Beutel. Sie können rot oder gelb sein. Dein Partner darf mit verbundenen Augen zwei Gummibärchen ziehen. Wie musst du den Beutel füllen, damit dein Partner die besten Chancen hat, ein gelbes und ein rotes Gummibärchen zu ziehen? Mit Fragen wie diesen wird auch dieses Jahr im Mai den deutschen Grundschülern der dritten Klasse mit der Lernstandserhebung VERA auf den Zahn gefühlt. Dies soll einen Vergleich der Lernergebnisse der Grundschüler ermöglichen und Informationen für die Gestaltung des Unterrichts generieren. Von vielen Grundschullehren wird die Erhebung jedoch eher als Belastung ohne Mehrwert für Schüler und Unterricht gesehen. Dies ist auch die Erkenntnis des Hanauer Kreisverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die pünktlich zur diesjährigen Erhebung die teilnehmenden Kollegen an den Grundschulen hierzu befragt haben.

VERA steht für den Begriff „VERgleichsArbeiten“ und wurde als eine Reaktion auf das schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei der Pisa-Studie ins Leben gerufen. Mit Hilfe dieser Lernstandserhebung sollen die Kultusministerien einen Überblick über die Lernergebnisse der Grundschüler erhalten. Auch in den Klassen 8 und 6 gibt es solche Erhebungen. Gerade bei den Grundschulen stößt das Verfahren aber auf große Kritik. Jährlich im Mai müssen sich die Drittklässler in den beiden Fächern Deutsch und Mathematik jeweils zwei einstündigen Tests unterziehen. Dies werde von Schülern aber auch von den Lehrern oft als sehr belastend erlebt, stellte Heinz Bayer vom GEW-Kreisverband Hanau fest. Eine Befragung der hiesigen Grundschullehrer durch den GEW-Kreisverband Hanau bestätige dies: „Dreiviertel aller Kolleginnen und Kollegen, die an der Befragung zu VERA teilgenommen haben, empfinden den mit der Durchführung verbundenen Aufwand als stark oder sogar übermäßig stark belastend“, stellt Heinz Bayer vom Kreisverband Hanau fest. Insgesamt 181 Lehrer haben an der Befragung teilgenommen, 135 davon aus dem Kreisverband Hanau, weitere 46 aus dem Kreisverband Gelnhausen. Die Ergebnisse sprechen dabei eine klare Sprache: „Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen“, fasst Bayer zusammen. Dies bestätigen 95 Prozent der befragten Lehrer, die laut Fragebogen in VERA eine Zusatzbelastung ohne Mehrwert für den eigenen Unterricht sehen.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 4. Mai.

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