. Am Ende siegt der Freiheitswille - GNZ.de
11.08.2017

Am Ende siegt der Freiheitswille

Verdis „Nabucco“ füllt das Hanauer Amphitheater mit Fans opulenter Oper

Hanau (erd). Wer an Oper denkt, hat meist auch die Opernhäuser im Sinn, in denen man vor Ehrfurcht erstarrt. Doch es müssen nicht die Mailänder Scala, die Semperoper in Dresden oder die Arena von Verona sein – auch das Hanauer Amphitheater eignet sich dafür hervorragend, obwohl das Orchester unsichtbar hinter der Bühne musizierte. Dennoch war Giuseppe Verdis „Nabucco“ mit dem berühmten Gefangenenchor ein Meisterstück, für das Shooter Promotions die „Venezia Festival Opera“ mit mehr als 100 Mitwirkenden in die Brüder-Grimm-Stadt geholt hatte.

Nabucco – Giuseppe Verdis katapultiert mit seiner im Jahr 1842 in Mailand uraufgeführten Oper die Zuhörer und Zuschauer zurück nach Jerusalem und Babylon der Zeit um 578 vor Christus, als König Nebukadnezar II. regierte. Die Geschichte aus dem Alten Testament ist ein Spiel um Liebe und Macht, das der künstlerische Gesamtleiter Andrey Andreev, Regisseurin Nadia Hristo, Bühnen- und Kostümbildnerin Rada Hadzhiyska und Choreograf Nikolay Serafimov entsprechend der Zeit Verdis mit imposantem Bühnenbild, prachtvollen Kostümen – wenn auch spielzeugartigen Holzschwertern – und passender Beleuchtung eindrucksvoll in Szene setzten – bei Verdis wird nicht gekleckert.

Für etwas Irritation sorgte die Musik über die Lautsprecheranlage, denn das Orchester unter Leitung des bulgarischen Dirigenten Nayden Todorov war nur zu hören – und erst beim langanhaltenden Schlussapplaus zu sehen.

Die Stars der Oper-Inszenierungen sind jedoch die Sänger, die sich mal feinfühlig, mal stimmgewaltig zeigten und stets den Geist „Nabuccos“ transportierten. Dass am Ende die Hebräer über die irrgläubigen Babylonier siegen und sich mit Gottes Hilfe aus der Gefangenschaft erheben, passt zum Zeitgeist in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Doch auch die Romantiker kommen nicht zu kurz, denn Nabucco enthält auch eine Liebesgeschichte, in der die Treue eines Mannes und die Opferbereitschaft der Geliebten im Fokus stehen. Und auch die Gerechtigkeit wird bedient, denn die Strafe für den größenwahnsinnigen Despoten folgt postwendend.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 12. August.

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