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11.08.2017

Vogel- und Naturschutz verbinden

Langenselbolder Kanarienzüchter kümmern sich um heimische Tiere

Langenselbold (zor). 1960 wurde der Kanarienzucht- und Vogelschutzverein Langenselbold gegründet. Mit ihrer Arbeit in den Biotopen und Wäldern rund um die Gründaustadt leisten die Mitglieder einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz.

Zählt der Verein heute mehr als 50 Mitglieder, gehörten ihm bei seiner Gründung 1960 nur sechs Vogelfreunde an. Schon damals dabei, Gerhard Ries. Seit seiner Kindheit interessiert er sich für die faszinierenden Tiere. Dabei widmete er sich früher vor allem der Zucht von Farbkanarien. Seite deutsch-weißen Züchtungen wurden oft prämiert und fanden bundesweit Beachtung.

„Heute geht es uns nicht mehr so sehr um den sportlichen Aspekt des Züchtens, vielmehr steht der freundschaftliche Austausch der Mitglieder im Zentrum des Vereins“, meint er. Im Vordergrund steht dabei der Umweltschutz.

Michael Reiß, Pressewart des Vereins, hat das Züchten gänzlich eingestellt. Stattdessen hat er ein Grundstück an der Lache erworben, auf dem der Verein ein Biotop für Wildvögel eingerichtet hat. Seit seiner Gründung engagiert sich der Verein für den Schutz einheimischer Vögel. „Wir sind kein klassischer Naturschutzverein und gehören auch keinem Verband an. Wir sind Amateure, kümmern uns in unserer Freizeit um den Vogelschutz und leisten damit einen kleinen Beitrag zum Naturschutz, in dem wie den Lebensraum der Tiere erhalten“, betont Reiß. Vögel seien wichtig für die Bestäubung von Bäumen und Pflanzen, deren Samen sie verteilen.

Ein Beispiel für den natürlichen Kreislauf ist für Reiß das Zusammenspiel von Eichenwickler und Maise. Der Schmetterling legt seine Eier auf Eichenblättern ab. Die geschlüpfte Raupe wird von der Meise aufgepickt, bevor sie zu viel Schaden anrichten kann.

Das Biotop an der Lache ist Lebensraum für viele einheimischen Tiere. In dem Schilfgebiet finden sich Rohrammer, Rohrschwirl, und sogar ein Fasanenpärchen lässt sich des Öfteren blicken. „Hat sich das Weibchen mal verdrückt, so ruft der Fasan lautstark nach ihr“, weiß Reiß zu berichten. In der Hainbuchenhecke oder im eigens dafür aufgestellten Holzstapel können Freibrüter wie Amseln, Rotkelche, Nachtigall, und sogar Mönchsgrasmücken ihre Nester bauen. Im Gegensatz zu den Freibrütern sind die Höhlenbrüter wie Kohl- und Blaumeise, Kleiber oder Trauerfliegenschnepper auf Nistkästen angewiesen, die von den Vereinsmitgliedern aufgestellt werden.

Mehr in der GNZ vom 12. August

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