. Nicht gleich in die Luft gehen - GNZ.de
11.10.2017

Nicht gleich in die Luft gehen

Herbert Deckenbach stellt Redewendungen und deren Herkunft vor

Birstein-Untersotzbach (dl). Wenn man eine Redewendung nicht sofort versteht, dann sollte man nicht gleich „die Flinte ins Korn werfen“ – nicht gleich aufgeben –, sondern der Sache auf den Grund gehen. Herbert Deckenbach hat sich eingehend mit dem Ursprung und der Herleitung von althergebrachten, heute noch gängigen Redewendungen beschäftigt. Auf Einladung der Birsteiner Landfrauen hielt Deckenbach im Dorfgemeinschaftshaus Untersotzbach mit Hintergrundwissen und witzigen Anmerkungen seinen Vortrag „Auf den Hund gekommen – Redewendungen, ihre Bedeutung und Herkunft“.

Warum es manchmal schwierig ist, auf Anhieb die richtige Erklärung zu finden, hänge damit zusammen, dass die Sprache einem ständigen Wandel unterliege. „Redewendungen halten sich meist länger als das Wissen um ihre Entstehung“, erklärte Deckenbach. Das habe den Software-Ingenieur, der Mitglied des Geschichtsvereins Heldenbergen ist, dazu angeregt, sich eingehend anhand mit der Frage zu beschäftigen: „Wo kommt Sprache her, wo geht Sprache hin?“. Forscher studierten zum Beispiel die deutsche Sprache in Namibia, weil dort die deutschsprachigen Einwohner noch genauso sprächen, wie ihre vor 100 Jahren eingewanderten Vorfahren. Die Sprache sei an die Nachfahren weitergegeben worden, habe sich aber wegen der fehlenden täglichen Anwendung nicht weiterentwickelt.

„Der Ursprung vieler noch heute im täglichen Sprachgebrauch verwendeter Redewendungen ist im Mittelalter zu suchen“, so Deckenbach. Aber auch ganz klassisch aus der Zeit der Römer und Griechen seien markante Sprüche bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Kirchliches, hauptsächlich aus der Bibel, gehöre ebenso zum volkstümlichen Sprachschatz, wie zum Beispiel Redewendungen aus dem Militär. Markige moderne Sprüche kämen zudem oft aus erfolgreicher Werbung. Da hielten sich schon mal Statements, deren werblicher Hintergrund den Kindern garnicht mehr geläufig sei. „Warum denn gleich in die Luft gehen, greife lieber zur ...!“, ist so ein Beispiel, denn wer weiß von den jüngeren Generationen heute noch, wer oder was das HB-Männchen ist.

Mehr dazu in der GNZ vom 12. Oktober.

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