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01.12.2017

Stadt schützen, Landschaft schonen

Land fördert geplante Hochwasserrückhaltebecken mit 2,6 Millionen Euro

Langenselbold (mab). Die Gründaustadt macht ernst beim Hochwasserschutz. 2018 und 2019 entstehen zwei Rückhaltebecken entlang der Landesstraßen in Richtung Niedergründau und Hüttengesäß. In technischer Hinsicht nimmt die Stadt dabei eine Pionierrolle ein. So kommen landesweit erstmals sogenannte überspülbare Dämme zum Einsatz. Gestern hat die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) Bürgermeister Jörg Muth einen Förderbescheid in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro übergeben. Damit finanziert das Land etwa 63 Prozent der vorraussichtlichen Kosten.

Von einem guten Tag für Langenselbold sprach Bürgermeister Jörg Muth bei der Übergabe des Förderbescheids. Selbst an der Gründau aufwgewachsen, könne er sich noch gut an zwei katastrophale Hochwasserereignisse im Jahr 1981 erinnern. Damals herrschte in weiten Teilen der Altstadt „landunter“, am Marktplatz fuhren ein paar Waghalsige sogar mit einem Boot. 2003 kam es erneut zu einer Überflutung. Damals war Muth Bauamtsleiter und beschloss, zu handeln.

Die Stadt entschied sich für ein dreistufiges Programm. Der erste Baustein war die Verbreiterung des Flussbettes und die Renaturierung der Gründau bis zur Ravolzhäuser Brücke, die bereits 2009 fertiggestellt wurden. Nun also Stufe zwei – die Rückhaltebecken.

Wie der zuständige Ingenieur Holger Christanz aus Wächtersbach erläuterte, waren ursprünglich elf mögliche Standorte im Gespräch. Mit 178 Grundstückseigentümern und Landwirten musste die Stadt über Grundstückskäufe und Ausgleichsflächen verhandeln. „Es gab keinen Streit, das Gemeinwohl stand von Anfang an im Vordergrund“, freuten sich Planer und Bürgermeister beim Besuch der Umweltministerin.

Eine Herausforderung war die Vorbereitung dennoch. Im Mai übergab das Regierungspräsidium Darmstadt der Stadt den Planfeststellungsbeschluss für die Becken. Ein großer Erfolg auch für CDU-Landtagsabgeordneten Hugo Klein, der bei der Übergabe des Förderbescheids ebenfalls zugegen war. Er hatte sich für das Bauvorhaben beim Regierungspräsidium stark gemacht und musste zunächst einige Überzeugungsarbeit leisten. Der Grund: Beim Langenselbolder Projekt kommen hessenweit erstmals überspülbare Dämme zum Einsatz. Das bedeutet, wenn die Becken voll sind, läuft das Wasser gleichmäßig nach allen Seiten über.

Mehr in der GNZ vom 2. Dezember.

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