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13.04.2018

Blind die Welt erleben

Rund 30 Mitglieder des Blindenbunds gehen in Lieblos auf Wanderschaft und leben den Zusammenhalt

Von Martin Krauß

Es ist noch früh am Morgen, und die Sonne hat noch nicht ihre Wirkung entfaltet. Am Bahnhof in Lieblos trifft sich eine kleine Gruppe, um wandern zu gehen. Ein idealer Tag dafür, soll es doch bis zu 22 Grad werden und wolkenlos bleiben. Die knapp 30 Teilnehmer haben sich der Witterung angemessen angezogen. Den noch morgendlichen Temperaturen trotzen sie mit Wind- oder dünnen Fleecejacken. Bei genauerem Hinsehen unterscheiden sie sich jedoch von einer üblichen Wandergruppe. Einige von ihnen tragen dunkelschwarze Sonnenbrillen, obwohl die Sonne noch nicht durch den morgendlichen Dunst dringt. Andere haben Stöcke in der Hand, die nicht zum Wandern geeignet und teilweise zusammengeklappt sind. Denn neben der guten Laune und der ausgelassenen Stimmung eines Familientreffens verbindet die meisten von ihnen eine Gemeinsamkeit: Sie sind blind oder größtenteils in ihrer Sehkraft eingeschränkt.

Zu dieser Wanderung hat die Ortsgruppe Hanau des Blindenbunds Hessen eingeladen. Sie gehört dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband an. Erklärtes Ziel ist, die Lebenssituation von Menschen, die von einem Sehverlust betroffen oder bedroht sind, als Selbsthilfevereinigung zu verbessern und ihre Interessen zu vertreten. In 20 Regional- und Landesverbänden bietet der Verband Beratungsmöglichkeiten und Fachinformationen an. Schätzungen zufolge gelten in ganz Deutschland zwischen 650000 und 1,2 Millionen Menschen als sehbehindert. Genaue Zahlen gibt es nicht. Die Ortsgruppe Hanau hat 150 Mitglieder aus dem gesamten Main-Kinzig-Gebiet, denen sie Beratung sowie gemeinsame Veranstaltungen anbietet.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 14. April.

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