Lokalsport

Chinesische Hessenmeisterinnen

Startplatz-Kuriosum sorgt in der Leichtathletik-Szene für Unmut

Gelnhausen/Region. Die hessischen Meisterschaften im Hammerwurf, die am vergangenen Wochenende in Neu-Isenburg ausgetragen wurden, werden in die Geschichte eingehen. Der Grund: Der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) hatte bei den Frauen und der weiblichen Jugend U 18 auch Werferinnen der chinesischen Nationalmannschaft zugelassen – die nicht etwa außer Konkurrenz warfen, sondern anhand von fragwürdigen Festlegungen in den regulären Wettbewerb integriert wurden. Somit gab es zwei chinesische Hessenmeisterinnen und eine Vizehessenmeisterin aus Fernost – was bei vielen Zuschauern, Vereinsvertretern und bemerkenswerterweise auch an der Spitze des HLV auf geballtes Unverständnis stößt.

Der Hintergrund dieses außergewöhnlichen Ereignisses lässt sich folgendermaßen skizzieren: Derzeit befindet sich die Nationalmannschaft der Hammerwerferinnen aus der Volksrepublik China in Hessen im Trainingslager. Die Athletinnen aus Fernost sind mit einem Dreimonats-Visum ausgestattet, ihr ständiger Wohnsitz befindet sich mithin nicht in Deutschland. Dessen ungeachtet erlangten drei Athletinnen aus China die Vereinszugehörigkeit des TV Fränkisch-Crumbach (wobei man wissen muss, dass der südhessische Verein als Hammerwurf-Hochburg mit entsprechendem internationalen Netzwerk gilt) und starteten mit Billigung des Hessischen Leichtathletik-Verbandes bei den genannten Landestitelkämpfen in Neu-Isenburg. Alles dazu lesen Sie in der GNZ vom 14. Juni.