Hanau-Wilhelmsbad (rh). Sonnen- statt Regenschirme prägten das Bild im Wilhelmsbader Kurpark am Samstagabend. Versuchte man, den Park und die Promenade vor der historischen Kulisse von Comoedienhaus, Arkadenbau und Kurhaus zu überblicken, kam man unweigerlich zu dem Eindruck, ganz Hanau müsse leergefegt sein und mache Picknick. Auf Decken und mitgebrachtem Campingmobiliar, mit ganzen Batterien von Getränken und Speisen bewaffnet, genossen Bürger aller Altersklassen einen lauen Sommerabend mit Sonne, Wein, Weib, Gesang und einem Orchester der Spitzenklasse: der Neuen Philharmonie Frankfurt.
War noch bei früheren Konzerten im Park wie auch beim vorjährigen Höhepunkt des Hanauer Kultursommers ein geflügeltes Wort: „Es regnet mit Sicherheit“, konnte heuer hiervon keine Rede sein. Dicht an dicht kampierten die Massen vor der riesigen Bühne, breiteten sich bis in die letzten Winkel des Parks aus und machten den Marsch zur Bestuhlung im Rampenbereich zu einem schweißtreibenden Unterfangen. Es dürften wohl wieder über 10 000 Menschen gewesen sein – bei weitem nicht nur Hanauer, die teilweise schon seit dem frühen Nachmittag sich Plätze auf der Promenade gesichert oder ihre Pavillons auf dem Grün aufgebaut hatten. Spöttelnd bezeichnete einer der Gäste den Event als „die größte Tupper-Party der Region“ angesichts der vielen Kühltaschen, Picknickkörbe und Plastikdosen.
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