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Wächtersbach - 29.07.2010 15:16 Uhr
Spiel von Farben und Formen




Wächtersbach (erd). Es ist das Spiel von Formen und Farben, das Rainer Kuhls bei seiner Fotografie reizt. Der frühere Leiter des Gelnhäuser Amtsgerichts, der in Aufenau lebt, zeigt im Altstadtcafé Ansichten aus Wächtersbach. Vor allem das Schloss, die evangelische Kirche und der Friedhof haben es Kuhls angetan. Seine Bilder sind Momentaufnahmen von unverblümter Schönheit.

 

Schon seit seiner Kindheit fotografiert Rainer Kuhls. „Ich bin durch meinen Vater vorbelastet, der gerne fotografierte“, bekennt Kuhls, der fast 30 jahre das Gelnhäuser Amtsgericht leitete. Als er 15 Jahre alt war, schenkte ihm sein Vater eine sogenannte Box – eine einfache Kiste für Rollenfilm mit acht Fotos. Dennoch war es der Beginn einer Leidenschaft, die Kuhls sein ganzes Leben begleiten sollte. Er kaufte sich bald eine Spiegelreflexkamera, erweiterte und erneuerte seine Ausrüstung nach und nach. Mit der Zeit für Kuhls die künstlerischen Aspekte der Fotografie in den Vordergrund. Es ist das Zusammenspiel von Licht, Farben, Formen und Strukturen, das einen besonderen Reiz hat. Der ehemalige Richter am Amtsgericht berichtet von einem Schuppen nahe Aufenau. Dessen verwittertes Wellblech zeigt zu jeder Jahreszeit, unterschiedlichem Wetter, der Tageszeit und dem Stand der Sonne andere Farben. „Ich habe den Schuppen mehr als 1000 Mal fotografiert und jedesmal sieht er anders aus.“ Es sei faszinierend diese Bilder nebeneinander zu sehen – es ist die hohe Kunst der Fotografie dies zu erkennen und mit der Technik umzusetzen. Doch diese Bilder gibt es im Altstadtcafé noch nicht zu sehen, denn Kuhls hat sich speziell der Wächtersbacher Altstadt gewidmet. Er dankte Hans Döhn und Georg Dillmann, die ihm viele der Aufnahmen durch ihre Mithilfe erst ermöglichten.

Kuhls zeigt vor allem Detailaufnahmen des Schlosses, der Kirche und des alten Friedhofs. Der Künstler hinter der Kamera beweist dem Betrachter, dass Rost schön sein kann. Das Bild eines verrosteten Gartentores im Schlosspark ist ein prächtiges Farben- und Formenspiel, wenn sich das Licht auf den rostigen Streben bricht.

Die Fotos aus der Altstadt sind eine umverblümte Dokumentation des im Verfall befindlichen Schlosses und der fast vergessenen Grabsteine af dem Friedhof. „Die Fotos sollen dokumentieren, nicht kritisieren“, stellt Kuhls klar. Jede Aufnahmen, die selbst nur einen kleinen Ausschnitt des Ganzen zeigt, birgt schier unendlich viele kleine Details, die sich der Betrachter erschließen kann. Es sind die abblätternde Farbe am Treppenaufgang, der verwitternde Sandstein an Inschriften und gemeißelten Wappen oder der Grünspan auf Kupfer. Kuhls hat den Blick für die vielen Kleinigkeiten, die dem Altstadtbesucher im Vorbeigehen meist verborgen bleiben.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 30. Juli.








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