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Gelnhausen - 20.08.2009 20:10 Uhr
Eine Stadt gegen Rechts




Gelnhausen (re). „Eine Stadt steht auf - Für mehr Toleranz und Demokratie“, lautet das Motto, unter dem Gelnhausen dem am 5. September von der NPD geplanten Aktionstag in der Barbarossastadt begegnet. Mit einem Rock-Festival auf der Müllerwiese, Kundgebungen und einer Plakataktion im Vorfeld dieses Tages will ein breites Bündnis aus allen demokratischen Parteien in Gelnhausen, Kirchengemeinden, Gewerkschaften, Vereinen und weiteren Institutionen den Plänen der Rechten eine breite demokratische Bewegung entgegensetzen, berichtet Bürgermeister Thorsten Stolz nach dem zweiten „runden Tisch“ des Aktionsbündnisses, das von der GNZ unterstützt wird.

 

Bei der Zusammenkunft am Montagabend in Höchst informierte der Rathauschef über den aktuellen Stand. Wie berichtet, hatte die Stadt nach Bekanntwerden der NPD-Pläne den von den Rechten am 5. September ins Auge gefassten Infostand an der Kinzigbrücke verboten. Außerdem kündigte die Stadthallen- und Veranstaltungs GmbH einen Mietvertrag für die Zehntscheune. Dort wollte die NPD, ebenfalls am 5. September, eine öffentliche Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl und einen „kameradschaftlichen Abend“ abhalten.

Stolz berichtete am Montag, er rechne damit, dass das Verwaltungsgericht über das Verbot des beantragten Infostandes entscheiden wird. Unabhängig von einer gerichtlichen Entscheidung, so das Aktionsbündnis, soll die Veranstaltung auf der Müllerwiese über die Bühne gehen.

„Es ist wichtig, dass alle demokratischen Kräfte der Stadt in dieser nicht einfachen Situation zusammen stehen. Wir alle müssen zeigen, dass Rechte, aber auch Linksextreme bei uns keinen Platz haben“, appellierte der Bürgermeister. Er rief dazu auf, dass sich alle Gelnhäuserinnen und Gelnhäuser an der Veranstaltung „Eine Stadt steht auf - Für mehr Toleranz und Demokratie“ am 5. September beteiligen und damit ein Zeichen setzen, dass die NPD und ihre Gesinnungsgenossen in der Barbarossastadt niemals Fuß fassen würden.

Das Festival auf der Müllerwiese beginnt um 9 Uhr, genau dann, wenn die NPD ihren Infostand eröffnen möchte. Im Laufe des Tages spielen heimische Musikgruppen wie die „Hound Dogs“ (Rock'n'Roll), „Lentil Dish“ (Rock), „BrässKopp“ (Rock, Pop, Funk, Soul) und „Equalunique“ (Metal), aber auch deutschlandweit bekannte Bands wie „Krüger rockt!“ und „Peilomat“. In den Spielpausen reden Vertreter aus Politik, Gewerkschaften, Kirchen und Vereinen. Den kompletten Ablauf will das Aktionsbündnis laut Bürgermeister nächste Woche präsentieren.

Bereits in den nächsten Tagen verteilen Mitglieder des Bündnisses Plakate und Flyer in Gelnhäuser Geschäften und Gaststätten, aber auch an Privatpersonen, die ein Ortsschild darstellen, das den Text „Gelnhausen, nazifreie Zone“ trägt. Damit soll bereits im Vorfeld ein Zeichen gesetzt werden, dass die Barbarossastadt sich dagegen wehrt, Rechte innerhalb ihrer Mauern zu dulden.








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