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Brachttal - 27.07.2010 17:21 Uhr
Rettung für die Kirchenlinde




Brachttal-Udenhain (hop). „Vitalität sagt wenig über die Stabilität aus“, sagt Thomas Glück, zertifizierter Baumkontrolleur des Main-Kinzig-Kreises zum Zustand der großen Linde (Tilia platyphyllos) an der Kirche in Udenhain, das vermeintlich gesunde Aussehen kann also sehr leicht täuschen. Der Baum ist krank und muss dringend behandelt werden, um ihn für weitere Jahre zu erhalten.

 

Dieser geschichtsträchtige Baum ist etwa 300 bis 400 Jahre alt und wurde schon 1926 als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Dadurch ist der Kreis für die Erhaltung zuständig, weshalb Thomas Glück sie zusammen mit anderen Naturdenkmälern regelmäßig überprüfen muss. Dabei zeigte sich, dass weitere Untersuchungen nötig wurden und so wurde am 21. Juli eine „Schalltomographie“ vorgenommen.

Zugrunde liegt dieser Untersuchungsmethode der Schall, der gesundes Holz besser und schneller durchdringt. Krankes Holz mit seinen vielen Lufteinschlüssen leitet hingegen den Schall langsamer. Es werden dazu verschiedene Messsonden angebracht, die mit einem Rechner verbunden sind. Wird nun Schall emittiert, indem auf einen Nagel geschlagen wird, registrieren die Sonden die Durchlässig- und Geschwindigkeit des Schalls. Die Auswertung am Rechner zeigt dann, wie weit überhaupt noch gesundes Holz vorhanden ist. Dabei zeigte sich, dass der Baum nur noch auf Wurzelausläufern, also quasi auf Stelzen steht, ähnlich wie der Eiffelturm in Paris, wie Glück eingängig erklärt. Der Stamm selber ist durch Befall des Brandkrustenpilzes, der zwar allen Bäumen zusetzt, bei Linden aber überaus aggressiv ist, praktisch zersetzt. Dieser Pilzbefall befindet sich hier weitestgehend im Wurzel- und Stammbereich des Baumes. Damit ist bei einem Baum mit seiner Höhe von gut 30 Metern und dem Kronendurchmesser von 19 Metern, der dazu sehr windexponiert steht, keine Verkehrssicherheit mehr gegeben. Das führte zwangsläufig zu schnellem Handeln, um so eine Gefährdung von Menschen und Materialien auszuschließen.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 28. Juli.








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