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500-Kilo Gefahr gebannt

Fliegerbombe auf dem Pioneer-Areal in Wolfgang entschärft

23 Nov 2018 / 19:01 Uhr
Hanau (nic). Manch einer mag vielleicht an einen Klingelstreich gedacht haben, als es am Freitagmorgen gegen acht Uhr in der Früh an allen Türen im Hanauer Stadtteil Wolfgang klingelte. Und beim Öffnen der Wohnungstür erstmal ein bisschen erstaunt aus der Wäsche geguckt haben, als da plötzlich uniformierte Männer und Frauen standen, die den Bewohnern mitteilten, dass sie jetzt ihr Zuhause verlassen müssen. Sofort. Der Grund dafür ist 1,38 Meter lang, satte 500 Kilo schwer, und war am Nachmittag zuvor bei Kanalbauarbeiten auf dem Gelände der früheren Pioneer-Kaserne entdeckt worden: Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, für deren Entschärfung alles im Umkreis von 1 000 Metern evakuiert werden musste. Knapp sechs Stunden später war der ganze Spuk vorbei und die Bombe vom Kampfmittelräumdienst unschädlich gemacht worden.

Nicht jeden Wolfgänger hatte am Vorabend noch die zuerst über die sozialen Netzwerke verbreitete Nachricht erreicht, dass auf dem Areal, auf dem derzeit ein Wohngebiet für bis zu 5 000 Menschen entsteht, ein gefährliches Kriegsüberbleibsel liegt, das die Räumung des gesamten Stadtteils erforderlich machte. Mehr als 70 Jahre schlummerte das dort unbemerkt etwa zwei Meter tief im Erdreich und auch wenn von dem Blindgänger nach Ansicht von Experten keine akute Gefahr ausging, so trifft es das geflügelte Wort von der tickenden Zeitbombe doch durchaus.

„Das Problem bei diesen Bomben ist, dass sie mit der Zeit immer gefährlicher werden“, sagt Dieter Schwetzler, Leiter des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt. Denn Feuchtigkeit, Sauerstoff und die Temperaturschwankungen bei der Freilegung sorgten dafür, dass es im Inneren der Bombe zu Prozessen käme, die man nicht einschätzen könne. „Kein Mensch weiß, was sich da drinnen getan hat - und jede Bombe ist anders.“

Mehr in der GNZ vom 24. November.

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