SUCHE

Drohungen und bis zu 30 Anrufe am Tag

20-jähriger Rodenbacher stellte seiner Ex-Freundin nach: Jugendstrafe und 80 Arbeitsstunden sind die Quittung

18 Apr 2016 / 17:26 Uhr

Rodenbach (tmb). Ein 20-jähriger Rodenbacher hat sich am Montag am Hanauer Amtsgericht verantworten müssen, weil er seiner Ex-Freundin nachgestellt und sie bedroht und somit gegen ein bestehendes Kontaktverbot verstoßen hat. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Jugendstrafe und 80 Arbeitsstunden – der Angeklagte indessen schien weder verstanden haben, warum er verurteilt wurde, noch, was das Urteil bedeutete.

Das Frankfurter Familiengericht hatte im vergangenen Jahr bereits festgelegt, dass sich der 20-Jährige seiner Ex-Freundin auf höchstens 50 Meter nähern und sie auch nicht auf anderem Wege kontaktieren darf. Die Brisanz dieses Beschlusses hatte der Rodenbacher, der noch bei seinen Eltern lebt, derzeit seine Mittlere Reife macht und danach ein Fachabitur anstrebt, allerdings nicht begriffen. Er gab zu, dass er seine Ex-Freundin, mit der er vier Jahre lang eine Beziehung gehabt hatte, mehrfach versucht hatte zu kontaktieren. „Ich weiß nicht, wo da ein Fehler war, das ist doch normal.“ Er habe mit der Frau noch etwas zu klären gehabt. „Es gibt Sachen im Leben, die man nicht akzeptieren kann.“ Die Frau habe außerdem keine Beweise, dass er der Anrufer gewesen sei, schließlich kamen die Anrufe von „Unbekannt“, wusste der 20-jährige, der ohne Rechtsbeistand vor Gericht erschienen war. Auf Nachfrage des Staatsanwaltes, woher er das wisse, erklärte der Rodenbacher, die Polizei habe ihm dies bei seiner Vernehmung gesagt.

Wie genau die von dem Angeklagten angestrebte „Klärung“ aussah, beschrieb seine Ex-Partnerin im Zeugenstand. Die Frankfurterin berichtete, dass der Mann sie nach der Trennung und bis heute immer wieder zu kontaktieren versuche, dem Verbot des Familiengerichtes zum Trotz. Er habe es über ihr Handy, bei ihr auf der Arbeit, über Facebook und Whatsapp immer wieder versucht. Auf Vorschlag der Polizei hatte sie ein Protokoll angefertigt – laut diesem hatte der Rodenbacher sie zwischen 20 und 30 Mal am Tag auf ihrer Arbeitsstelle angerufen.

Mehr: GNZ vom 19. April

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Schlagwörter: