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Letzte Urteile im Tabakprozess

Hanau: Verfahren endet am 155. Verhandlungstag

23 Aug 2018 / 18:22 Uhr
Hanau (mab). Finale eines Mammutprozesses: Mit zwei Verurteilungen und einem Freispruch ist am Donnerstag das Verfahren um Tabaksteuerhinterziehung vor dem Hanauer Landgericht zu Ende gegangen. In seiner Urteilsverkündigung bemängelte der vorsitzende Richter Andreas Weiß zahlreiche Ermittlungsfehler.

155 Verhandlungstage, 21 Angeklagte, 40 Strafverteidiger und unzählige Aktenordner – das Verfahren gegen eine Bande Tabakschmuggler aus dem gesamten Bundesgebiet war definitiv das größte, das jemals vor dem Hanauer Landgericht verhandelt wurde. Nach viereinhalb Jahren ist der Prozess mit dem Richterspruch in Bezug auf die drei letzten Angeklagten jetzt zu Ende gegangen.

Den ursprünglich 21 Beschuldigten wurden insgesamt 25 Taten im Zeitraum von Juni 2012 bis April 2013 vorgeworfen. Die Bande soll Tabak nach Tschechien transportiert und diesen dort zu Feinschnitt verarbeitet haben. Über Deutschland soll dieser zu Fabriken in den Niederlanden gebracht worden sein. Dort hätte die Bande gefälschte Zigaretten der Marke Marlboro hergestellt, um diese auf dem Schwarzmarkt in Deutschland und Österreich zu verkaufen. Insgesamt wird der so entstandene Steuerschaden auf rund 17 Millionen Euro geschätzt.

Dass die Angelegenheit überhaupt in Hanau behandelt wurde, verdankt sich einem „Trick“ der Zollfahnder, wie Richter Andreas Weiß in seiner Urteilsbegründung betonte. Nur einer der ursprünglich 21 Angeklagten falle überhaupt unter die Zuständigkeit der Hanauer Wirtschaftskammer – und der ist 2016 freigesprochen worden.

Mehr in der GNZ vom 24. August.

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