SUCHE

„Seine Augen wurden dunkel“

Prozess um versuchten Mord in Hammersbach: Sozialarbeiterin schildert Angriff

05 Sep 2018 / 22:55 Uhr
Hammersbach (tmb). „Er sprang auf, baute sich vor mir auf und begann, mich zu würgen – von jetzt auf gleich, ohne Vorwarnung.“ So schildert eine 60-jährige Sozialarbeiterin den Angriff durch einen 28-jährigen Hammersbacher. Dieser muss sich seit vergangener Woche am Hanauer Landgericht verantworten – nicht nur wegen dieses Vorfalles, auch weil er im Januar eine Prostituierte in Frankfurt gewürgt und vergewaltigt haben soll (die GNZ berichtete). Die Anklage lautet auf versuchter Mord, Raub und Vergewaltigung. Gestern kam die Frau zu Wort, die der 28-Jährige im Februar diesen Jahres in seiner Wohnung in Hammersbach attackiert hat.

Die Sozialarbeiterin wollte zunächst keine Angaben zu näheren Hintergründen des Angeklagten machen und gab an, dass ihr dies ihr Vorgesetzter (auf Nachfrage von Dr. Peter Graßmück: der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Main Kinzig) verboten habe. Graßmück wies jedoch darauf hin, dass sie kein Zeugnisverweigerungsrecht habe, worauf sie eine vollumfängliche Aussage machte. Sie schilderte dem Gericht, dass sie den Angeklagten seit Juni 2016 im Rahmen der Suchthilfe betreute. Dazu gehöre die Unterstützung bei finanz- und sozialrechtlichen Fragen sowie entlastende Gespräche. Sie habe unter anderem dabei geholfen, Therapieeinrichtungen zu finden und sich um eine mögliche Unterbringung in einer betreuten Wohneinrichtung gekümmert. Für den Angeklagten seien jedoch viele Lösungsansätze nicht die richtigen gewesen. So habe er es abgelehnt, wegen einer möglichen psychischen Erkrankung medikamentös eingestellt zu werden – im Raum stehen einen drogenindizierte Psychose und eine dissoziative Persönlichkeitsstörung. Auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe lehnte er ab.

Die Frau berichtete, dass sie im Januar 2018 nach längerer Zeit wieder Kontakt zu dem Hammersbacher hatte, weil dieser zuvor in einer Therapieeinrichtung gewesen war. Diese habe er jedoch verlassen müssen und sich daraufhin bei ihr gemeldet.

Mehr in der GNZ vom 6. September.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Schlagwörter: