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Kunst liegt im Auge des Betrachters

Kunstpfad des „LandArt“-Festivals: Es gibt viel zu sehen

05 Jul 2018 / 17:56 Uhr
Schlüchtern-Hutten (bak). Für die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Aphasie und Schlaganfall war es ein echtes Abenteuer, als sie mit Kulturwerker Arnold Pfeifer den „LandArt“-Kunstpfad in Hutten-Heiligenborn durchstreiften. Galt es doch, Steigungen und Gefällstrecken, Wäldchen gespickt mit Vulkangestein zu überwinden. Wer hätte gedacht, dass dies für alle Mitglieder der Gruppe, die neben Sprachstörungen unter motorischen Einschränkungen in Folge von Lähmungen leiden, gelingen würde.

Es bewährte sich der Gruppenzusammenhang. Wer mit dem Steigen über große Steinbrocken Probleme hatte, konnte sich auf diejenigen verlassen, die standfester sind. Eine kurze Strecke überwand eine Teilnehmerin gar huckepack. Aufgeschlossen und interessiert an der Kunst in der Natur zeigte sich die Selbsthilfegruppe, deren Sprachstörungen nicht nur das Sprechen und das Verstehen, sondern vielfach auch das Lesen und Schreiben sowie den Umgang mit Zahlen betreffen. Bei einigen von ihnen war ein Schlaganfall, bei anderen etwa ein Unfall die Ursache.

Alle gemeinsam ist, dass sie eine lange Zeit des Wiedererlernens von zuvor Beherrschtem hinter sich haben, beziehungsweise immer noch versuchen, sich einen Teil ihres vorherigen Lebens zurückzuerobern. Auch gemeinsam haben sie, dass sie nicht wieder zurück in ihre Berufe finden konnten, sondern sich mit ihrer Erkrankung neu definieren mussten. Einige der Kunstwerke der „LandArt“ spiegeln eben derartige Prozesse künstlerisch wieder. So bei Sonja von Monkiewitschs „Warten auf Verwandlung“: feingliedrige Skulpturen mit hölzernem Gerüst und einer zarten papiernen Hülle. Schmetterlingskokons gleich hängen die im Wald. Auch der Frankfurter Künstler Peter Schäck schuf Kokons, mit durchsichtiger Folie umwickeltet. Darin befinden sich Bücher.

Mehr dazu in der GNZ vom 6. Juli.

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