SUCHE

Pantomimischer Blick auf Grimms Märchen

Simon Weiland streift mit Wortsalven durch die Welt der Märchen

24 Okt 2016 / 17:17 Uhr
Steinau (bak). Gleich an drei Abenden hinter einander spielte der Konstanzer Performancekünstler Simon Weiland im Gerichtssaal des Museums Brüder-Grimm-Haus seine ganz eigene Sicht auf die Märchen. Mit starker Bühnenpräsenz nahm er dabei sein Publikum unmittelbar gefangen. Führte seine Gäste barfuß und ganz in Schwarz gekleidet mit pantomimisch reduzierten Gesten sowie einer vom hohen Falsett bis in den tiefschwarzen Bass wandlungsfähigen Stimme, einer Gitarre und zwei Büchern durch seine drei Stücke.

In der Trilogie von Rotkäppchen, Hänsel und Gretel und dem Froschkönig beleuchtete Weiland die ganze Menschheitsgeschichte zurück bis zu Adam und Eva. Dabei griff er historische Entwicklungen auf und machte auch vor der Kirche und deren Interpretation des Göttlichen nicht halt.

Nehmen im Märchen die Protagonisten oft eine Opferrolle ein, so hinterfragt Simon Weiland in seinen Stücken diese. Rotkäppchen hielt sich nicht an den aufgezeichneten Weg, sondern beschritt eigene Wege. Hänsel und Gretel mussten aus dem Hotel Mama in die Eigenständigkeit vertrieben werden. Im Froschkönig untersucht er den Konflikt zwischen dem Vater König und seinem Prizessinnentöchterlein und entdeckt auch hier eine Geschichte von Abnabelung und Entwicklung.

Mit feinen Wortspielen sezierte er die Gefühlslagen und Entwicklungsstränge und macht damit auf das Grundlegende hinter den Worten aufmerksam.

So stellte er dar, dass der Hänsel im Märchen nicht mündig werden wolle, sich statt dessen lieber bevormunden lasse und Vorgekautes zu sich nehme, das in aller Munde sei, diesen Einheitsbrei eben, vor dem der Künstler warnt.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 25. Oktober.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4