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Rapunzel hat die Haare schön

Steinauer Open-Air-Inszenierung des Grimm‘schen Märchens

11 Jul 2018 / 17:20 Uhr
Steinau (bak). Beim diesjährigen Märchensonntag in Steinau am 5. August dreht sich alles um Rapunzel. Passend dazu handelt auch das Märchenspiel im Amtshof vom Mädchen, das sein Haar herunter lassen soll. Wer sich die Proben dazu anschaut, der mag sich die Augen reiben. Denn Regisseur und Schauspieler Kurt Spielmann hat das Märchen der Brüder Grimm sprachlich in die Jetztzeit versetzt. Und die Schauspieler setzen dies in der Open-Air-Inszenierung heiter, beschwingt und manchmal auch bewusst überzogen um.

So lispelt Dora Hildebrand als Rapunzel immer wieder inbrünstig „Ich hab die Haare sssööön!“, wenn sie im Turm mit ihrem meterlangen blonden Zopf spielt. Das Äußere des Treppenturms des ehemaligen Amtshauses bildet die überaus passende Kulisse dazu. „Wir kommen in dieser Inszenierung ohne technischen Firlefanz aus“, freut sich Regisseur Kurt Spielmann. Einige Tage vor der Premiere am Samstag, 21. Juli, zeigen sich die Akteure textsicher und spielfreudig.

Mimen und Publikum werden von der blauhaarigen, etwas überdrehten Fremdenführerin Mels Schmidt durch die Handlung des Märchens geführt. Ausgerechnet eine Räuberbande hält die ganze Inszenierung zusammen, unterhält als Bindeglied zwischen den Szenen mit lautstark gebrülltem Gesang und theatralisch-wildem Auftreten. Es spielen ganze Familien im Alter zwischen vier und 65 Jahren mit. So treten die beiden jungen Räuberinnen Emmi-Luise Schmidt und Carolin auch als Zwillingspärchen Susanne und Siegbert auf. Die beiden Kinder präsentiert Rapunzel ihrem Prinzen, nachdem dieser erblindet im Wald dahin vegetiert war und die beiden sich wiederfanden.

Dabei trat Tanja Hildebrand zuvor als reichlich tumber Prinz auf, eroberte aber Rapunzels Herz im Nu, nachdem er beobachtet hatte, wie die Zauberin am Rapunzelzopf in den Turm gelangt war. Dass der Prinz dabei zuerst „Furunkel, Furunkel, lass mir den Hahn herunter“ ruft, ändert nichts daran, dass Rapunzel ihm, oben angekommen, sogleich in die Arme fällt.

Mehr dazu in der GNZ vom 12. Juli.

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