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Barrierefrei bis 2022

Verkehrsgesellschaft Oberhessen schreibt Nahverkehrsplan
fort / Nutzer können im Internet eigene Ideen einreichen

03 Jul 2018 / 13:54 Uhr

Wetteraukreis (jek). Die Verkehrgesellschaft Oberhessen (VGO) schreibt ihren Nahverkehrsplan für ihre Gebiete fort. Die neue Version der Vorgaben für die Versorgung mit Nahverkehrsangeboten im Wetterau- und Vogelsbergkreis sowie dem Landkreis Gießen soll vor allem die Barriefreiheit für Menschen mit Behinderungen im Blick haben. Eine weitere Neuerung: Bürger der Kreise haben bei dieser Fortschreibung die Möglichkeit, eigene Vorschläge einzureichen.

Mit der Fortschreibung des Nahverkehrsplans will die VGO auch einer neuen Vorgabe des Bundesgesetzgebers gerecht werden. Der hat in der aktuellen Version des Personenbeförderungsgesetzes die Barrierefreiheit für Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum Jahr 2022 angeordnet. Diese „Soll“-Bestimmung finde allerdings ihre Grenzen, wie Gerhard Muth-Born, Verkehrsplaner bei der VGO, schildert. „Wald-, Feld- und Wiesenhaltestellen müssen wir nicht barrierefrei ausbauen“, sagt Muth-Born. Solche Einzelfälle seien im Nahverkehrsplan dann allerdings zu begründen. Die Busse, meint Muth-Born, seien jetzt schon barrierefrei: „Unsere Busse sind alle niederflurig. Sie können sich alle absenken, und haben alle eine Rampe“, sagt der Verkehrsplaner. Die müsse der Fahrer manuell ausklappen. Elektronische Lösungen seien, gerade bei Wetterbedingungen im Winter, zu störungsanfällig.

Mobilitätskonzepte vernetzen

Neben der Barrierefreiheit wollen die Planer aber auch einen Blick auf neue Mobilitätsformen für Senioren, neue digitale Fahrgastinformationen und neue Antriebsformen der eingesetzten Fahrzeuge werfen. Auch mit dem Bereich Intermodalität, die Verknüpfung mehrerer Verkehrsangebote wie Rad, Bus oder Bahn, wollen sich die Planer bei der laufenden Fortschreibung beschäftigen.

Beteiligt sind an der neuen Version des Nahverkehrsplans neben den Verantwortlichen aus Kreis- und Lokalpolitik auch die beauftragten Verkehrsbetriebe. „Hier geht es vor allem um die Ausgestaltung der Fahrzeuge, dass man dort maßvoll und sinnvoll vorgeht“, berichtet Muth-Born, dass die Gespräche mit den Unternehmen bislang alle „sehr gut“ verlaufen seien. Beteiligen will die VGO jedoch auch die Nutzer ihrer Angebote. Auf der Internetseite nvp-zov.igdb.de besteht die Möglichkeit, entsprechende Eingaben zu machen. Die Vorschläge würden anonym dokumentiert und analysiert. Parallel zu den Beteiligungsrunden sollen sie den Gremienvertretern im Verkehrsausschuss der zuständigen Verbandsversammlung des Zweckverbands Oberhessische Versorgungsbetriebe zur Entscheidung vorgelegt werden.

Interessierten legt Gerhard Muth-Born nahe, vor ihren Eingaben einen Blick auf den bisherigen Nahverkehrsplan zu werfen. Veröffentlicht ist dieser ebenso im Internet unter www.zov.de/verkehr/nahverkehrsplan.html.

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