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Betroffenen etwas geben können

DRK-Kreisverband Büdingen veranstaltet „Lieblingsmensch-Kurse“

21 Jun 2018 / 09:11 Uhr

Büdingen (re). Jeder würde seinem Lieblingsmenschen in einer Ausnahmesituation helfen. Erste Hilfe ist nicht nur Pflicht, sondern auch eine Herzensangelegenheit. Für jemanden im richtigen Moment da zu sein, kann nicht nur Leben retten. Das Gefühl, dass jemand in der Nähe ist, kann einen Verletzten beruhigen und trösten.

Im vergangenem Jahr haben über 3.000 Menschen einen Erste-Hilfe-Kurs beim Büdinger DRK-Kreisverband absolviert. Doch wenn statt der Übungspuppe im Kursraum plötzlich ein geliebter Mensch auf der Straße liegt, die Übungen aus dem Kurs praktisch gefordert sind, kann auch Unsicherheit aufkommen. Doch allein der Notruf bedeutet schon Erste Hilfe. Letztlich ist jeder Passant, jeder Helfer immer am richtigen Ort und wird gebraucht.

Für andere da sein

Beim DRK-Kreisverband Büdingen haben sich in den vergangenen Wochen Helfer mit verschiedenen Motiven zusammengefunden. Es sind die Lieblingsfreundinnen, die Mütter mit ihren Lieblingskindern auf dem Arm, die Lieblingsoma, es sind die Lieblingscousinen oder die Lieblingskollegen, die symbolisieren sollen, wie wichtig Erste Hilfe sein kann. Sie wollen aufeinander aufpassen, im Ernstfall helfen können, für ihre Kinder da sein wie auch für alle anderen. Sie haben einen guten Grund, Erste Hilfe zu lernen, ihre Kenntnisse aufzufrischen und auch anzuwenden. Es ist das gute Gefühl, Betroffenen etwas geben zu können.

Für die Teilnehmer ist der Erste-Hilfe-Kurs kein Absitzen, sondern eine wichtige Voraussetzung, um für andere da zu sein. Gegenbeispiele gibt es genug: Menschen, die einen Unfall als Erlebnis betrachten und sich mit den Fotos in sozialen Medien selbst profilieren. Die Sensationshungrigen bei Unfällen werden immer dreister. Bei der Rangelei um die besten Plätze belagern sie die Einsatzstelle und behindern die Rettungskräfte.

Ab wann beginnt das Gaffen? Ist Neugierde nicht angeboren? Spätestens nach der ersten Orientierung sollte zum Handy gegriffen werden, um den Notruf 112 abzugeben.

Rettungskräfte profitieren von Ersthelfern

„Gerade bei Einsätzen im öffentlichen Raum wollen wir neben einer schnellen Patientenversorgung auch die Privatsphäre unserer Patienten schützen. Wenn wir an der Einsatzstelle behindert werden, geht wertvolle Zeit verloren, die wir für die Versorgung brauchen“, erläutert Rettungsdienstleiter Jens Grusdt. Der Rettungsdienst profitiere von Ersthelfern, die die Unfallstelle absichern, den Notruf absetzen, Erste Hilfe leisten und die Patienten betreuen, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist. An den Einsatzstellen kann es Situationen geben, in denen die Ersthelfer bei der weiteren Versorgung oder Betreuung vom Rettungsdienst mit eingebunden werden können. „Am Einsatzort gibt es immer viel zu tun“, berichtet Jens Grusdt.

Der DRK-Kreisverband veranstaltet in Kooperation mit der VR Bank Main-Kinzig Büdingen am Samstag, 30. Juni, einen weiteren „Lieblingsmensch-Kurs“. Wer sich mit seinem Lieblingsmenschen zum Erste-Hilfe-Kurs anmeldet, erhält einen Rabatt, eine Infobroschüre und darf sich mit seinem Lieblingsmenschen fotografieren lassen. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 06042/8806-0.

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