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Erfolg mit Luft nach oben

Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt berichtet
über den Verlauf der Aktion „Bienenfreundliches Hessen“

21 Aug 2018 / 17:28 Uhr
Wetteraukreis (jek). Vor gut einem Jahr machten Wetterauer Imker und der Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt Werbung für das Projekt „Bienenfreundliches Hessen“ des hiesigen Umweltministeriums. Im Fokus standen Blühstreifen – jene Bewuchsflächen, die Bienen, aber auch Niederwild als Nahrungsquelle oder Rückzugsort dienen. Nun – gut ein Jahr später – zieht der Bauernverband eine erste Bilanz.

Wer derzeit aufmerksam durch die Büdinger Gemarkung fährt, dem fällt am Rand der Felder auf: Es blüht. Vor allem Sonnenblumen ragen derzeit am Rand der Fruchtflächen in den Himmel. Das sind Blühstreifen.

Allein an den Zahlen lässt sich ablesen: Die Sache läuft. Waren es im vergangenen Jahr noch 164 Kilogramm an Saatgut, die der Bauernverband an seine Landwirte verteilt hat, waren es in diesem Jahr bereits mehr als doppelt so viel: 580 Kilogramm. Etwa zehn Kilogramm an Saatgut brauche es für einen Hektar, schildert Kerstin Lohse, Mitarbeiterin des Verbands.

Viele Akteure

Auch der Kreis jener, die sich für die Aussaat solcher Blühstreifen einsetzen, wird größer – auch jenseits der Bauer und Imker: In Rinderbügen, wo die Vorsitzende des hiesigen Regionalbauernverbands, Andrea Rahn-Farr, auf ihrem Hof über das Projekt berichtet, ist es neben der örtlichen Gruppe des Naturschutzbundes auch die Rinderbüger Kirchengemeinde. Sie hatten sich um eine Förderung aus einem Topf des Hessischen Umweltministeriums bemüht, um Saatgut für die Blühstreifen zu finanzieren – 500 Euro gab es pro Antrag.

Derzeit läuft das Projekt, wenngleich Andrea Rahn-Farr noch nicht von einem Selbstläufer spricht: „Momentan ist das so eine Art Hype“, sagt sie. „Wie wollen aber, dass das kontinuierlich so weitergeht. Deshalb ist unsere Botschaft zudem: Das muss auch bezahlt werden.“

Will heißen: Die Gesellschaft müsse ebenso einen Beitrag leisten, zumindest, um das Saatgut zu finanzieren. „Die Arbeit machen wir gerne und stellen auch Flächen zur Verfügung“, schildert die Vorsitzende des Regionalbauernverbands. Hinzu kämen regulatorische Hindernisse: So könne man kleinere Grünlandflächen, die landwirtschaftlich schwer nutzbar seien, mit speziellen Blühmischungen versehen, um gerade dem Niederwild neue Rückzugsmöglichkeiten zu geben.

Restriktive Vorgaben

Aber: „Ich darf hierzu offiziell Grünlandflächen noch nicht heranziehen. Das ist ein Punkt, der in der Politik auf jeden Fall bewegt werden müsste“, moniert Karsten Farr, Ehemann der Bauernverbandsvorsitzenden, entsprechende Vorschriften. Dennoch: „Es braucht niemand zu sagen, nur weil diese Aktion nun läuft, ist die Windschutzscheibe auch wieder mit Insekten voll“, skizziert Farr, dass man gerademal am Anfang der Bemühungen stehe. In diesem Jahr habe die feucht-warme Frühjahrswitterung dafür gesorgt, dass sich die Insekten dennoch gut vermehren konnten.

Für die Initiative um die Blühstreifen geht es auch weiterhin darum, auf deren Arbeit aufmerksam zu machen. Das geschieht zum einen durch die besagten Blühstreifen am Feldrand, die deutlich machen sollen, dass an dieser Stelle etwas geschieht. Effektiv seien gleichwohl größere Flächen, die dann jedoch nicht unbedingt für jedermann sichtbar seien. „Für den eigentlichen Sinn des Ganzen ist es besser, man nutzt die abgelegenen Grundstücke“, sagt Andrea Rahn-Farr. Für sie ist im Blick auf neue Blühflächen noch „Luft nach oben“. „Es müssen noch mehr Akteure mit ins Boot, und dafür werben wir ja auch.“

Weitere Informationen zur Aktion „Bienenfreundliches Hessen“ gibt es im Internet unter www.bienen.hessen.de.

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