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Mensa statt Wohnungen

SPD präsentiert Konzept für neue Nutzung des Büdinger Hallenbades

03 Sep 2018 / 12:29 Uhr
Büdingen (re/jek). Die Büdinger Sozialdemokraten gehen mit einem eigenen Vorschlag zur Nutzung des Hallenbades an die Öffentlichkeit. Ihr Plan: Das seit nunmehr sieben Jahren stillgelegte Gebäude soll künftig den beiden benachbarten Schulen als Mensa und Veranstaltungsraum dienen.

„Das Hallenbad gehört von seiner Lage zum Schulkomplex und darf keinesfalls veräußert werden“, ist die Meinung der SPD-Fraktion zum Vorschlag des Magistrats, das Grundstück zu verkaufen um eine Wohnbebauung zu ermöglichen.

„Wir sehen an diesem Standort Entwicklungsmöglichkeiten für das Schulzentrum. Mit einer großzügigen Mensa für beide Schulen in der sanierten Schwimmhalle und der vorgelagerten Freifläche würde man Synergien und obendrein Gestaltungsspielraum in den Schulgebäuden schaffen“, beschreibt Heidi Schlösser, Mitglied des Bau- und Planungsausschusses, das Grobkonzept der SPD. „Eine Großküche in den umgebauten Nebenräumen des Hallenbads könnte frisches, regionales und gesundes Essen für die Schüler der Schulen am Dohlberg kochen. Aber auch für unsere Kindergarten- und Hortkinder sowie für andere Einrichtungen und Schulen könnten Mahlzeiten in Form von Catering angeboten werden“, führt Schlösser weiter aus.

Gebäude für eigene Veranstaltungen

Ebenso sollen Schulen das Gebäude für eigene Veranstaltungen nutzen können, die Schüler für eigene Projekte. „Wir glauben, dass solch ein Leuchtturm-Projekt auch finanzierbar ist, denn die Einrichtung einer Schulmensa und die Schaffung von Unterrichtsräumen ist Aufgabe des Wetteraukreises. Wir müssen den Kreis von der Idee überzeugen und als Partner gewinnen und Bundes- und Landesförderprogramme generieren“, gibt sich der Fraktionsvorsitzende, Manfred Scheid-Varisco, zuversichtlich.

In dem Konzept macht die SPD deutlich, dass durch die Umnutzung des Hallenbads vorhandene Ressourcen langfristig genutzt werden könnten. Kosten für eine Erschließung würden nicht anfallen und versorgungstechnische und soziale Infrastrukturen stünden zur Verfügung.

„Es wird Zeit, dass wir das Gebäude nutzen, statt es immer mehr verfallen zu lassen“, appelliert Heidi Schlösser an die städtischen Gremien. Ein Gutachten von 2011 stellte dringliche Mängel am Dach und am Becken fest. Eine Sanierung nach den Normen für die neue Nutzung als Großküche und Mensa sei notwendig.

Die SPD sieht das Projekt als ressourcensparend und zukunftsfähig an. „Zunächst müssen wir die Gremien überzeugen, dass es sich lohnt, in diese Richtung zu gehen. Dann sind Überzeugungsgespräche mit dem Wetteraukreis und den Schulleitungen nötig“, ist sich die SPD-Fraktion im Klaren. Warum der Wetteraukreis Interesse daran haben könnte, begründen die Sozialdemokraten mit dem wachsenden Bedarf an Schulräumlichkeiten durch wieder steigende Schülerzahlen und dem Ausbau der Ganztagsschule. „Beide Seiten, Stadt und Wetteraukreis, und vor allem das Schulzentrum würden von der Umsetzung des Projektes profitieren“, ist sich Scheid-Varisco sicher.

Baukörper erhalten

Zunächst möchte die SPD das Konzept im Bau- und Planungsausschuss beraten lassen. Ausschussmitglied Heidi Schlösser ist von dem Konzept begeistert. „Ich habe der neuen Mensa den Namen ‚Pool‘ gegeben, weil er zum einen an unseren Swimmingpool erinnern und zum anderen auf das gemeinsame Nutzen der Mensa von beiden Schulen hinweisen soll.“ Sie stellt sich vor, den Baukörper bei einer Sanierung zu erhalten. Das Schwimmbecken soll sich, erschlossen durch eine Treppe, in einen Raum für die Mensaeinrichtung, verwandeln. „Das wäre eine coole, innovative und ressourcensparende Einrichtung“, findet die Stadtverordnete.

Das Hallenbad war ursprünglich als Schwimmbad für ein Schulzentrum aus 13 Schulen konzipiert und ging später in das Eigentum des Kreises über. Der wiederum verkaufte das Bad für einen symbolischen Betrag zurück an die Stadt Büdingen. Die ließ das Bad zuletzt von einem privaten Pächter betreiben – mit einem Heizkostenzuschuss der Stadt von rund 30.000 Euro. Das Ganze funktionierte bis die Mängel vor sieben Jahren einen Weiterbetrieb nicht mehr zuließen, unter anderem, weil die Heizanlage inzwischen defekt war.

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