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Ein bewegtes Künstlerleben

Ralph Philipp Ziegler beschäftigt sich in „Das stille Tal“ mit dem ehemaligen Bad Orber Musikdirektor Albert Jung

20 Apr 2015 / 14:25 Uhr
Bad Orb (svw). Albert Jung (1899-1970) hat das kulturelle Leben in Bad Orb geprägt wie kaum jemand sonst. Der gebürtige Saarländer war in den 30er Jahren Kapellmeister der Kurstadt, machte im Dritten Reich Karriere beim Reichssender in Saarbrücken und kehrte nach dem Krieg als städtischer Musikdirektor zurück nach Bad Orb. Die GNZ hat mit Ralph Philipp Ziegler über Jungs bewegtes Leben gesprochen, über das der künstlerische Leiter der Neuen Philharmonie Frankfurt und Chef des Offenbacher Amtes für Kulturmanagement mit „Das stille Tal“ kürzlich bereits sein zweites Buch veröffentlicht hat.

GNZ: Herr Ziegler, „Das stille Tal“ ist nicht das erste Buch, in dem Sie sich mit Albert Jung beschäftigen. Über ihn haben Sie schon Ihre Magisterarbeit geschrieben.

Ralph Philipp Ziegler: Ja, die Magisterarbeit ist wohl das erste, was man bei mir Buch nennen kann. Als wissenschaftliche Arbeit hatte Sie noch an meiner damaligen Tätigkeit als Feuilleton-Journalist zu knacken. Ich habe dann auch „nur“ die Note Zwei darauf bekommen. Später habe ich dann als Dozent an der Hochschule für Musik in Weimar gearbeitet. Ich muss sagen im Nachhinein ich hätte mir keine Zwei mehr gegeben, an der einen oder anderen Stelle hätte ich noch mehr Fragen stellen müssen.

Wie kam der Anstoß, noch ein weiteres Buch über Jung zu schreiben?

Durch die Magisterarbeit hatte ich ja bereits einen Überblick. Meine Unterlagen zu Jung lagen dann allerdings erst einmal 15 Jahre in der Schublade. Gleiches galt das letzte Stück, das Jung 1968 komponiert hat, die Heimatlied-Kantate „Im schönsten Wiesengrunde“. Die wollte ich zur Aufführung bringen, wenn es von der Zeit her passt. Das die solange nicht gespielt wurde, hängt damit zusammen, dass es sich um ein wahnsinnig schwieriges Stück handelt. Dafür braucht man schon einen Chor, der in der Lage ist das zu singen. Selbst einer der besten Männerchöre aus der Region, DelicaTon, hat ein halbes Jahr, daran geprobt. Als die Uraufführung des Stückes dann näher rückte, habe ich ein Programmheft dazu geschrieben. Innerhalb von ein paar Wochen ist daraus jedoch ein Fass ohne Boden geworden. Mit der wissenschaftlichen Erfahrung, die ich mittlerweile gesammelt hatte, war ich auch ganz anders aufgestellt als damals. So habe ich 400 Seiten Material der Getty Foundation ausgewertet. Bei der Recherche bin ich auf immer mehr Leute getroffen und immer mehr Material hat sich angesammelt. So hat sich das dann zu einem weiteren Buch entwickelt.

Mehr dazu in der GNZ vom Samstag, 18. April.

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