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Zeichen für mehr Menschlichkeit

Erste 15 Stolpersteine in würdigem Rahmen in der Salmünsterer Altstadt verlegt

09 Nov 2018 / 16:49 Uhr
Bad Soden-Salmünster (bak). Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung hat Gunter Demnig die ersten 15 Stolpersteine in der Salmünsterer Altstadt verlegt. Der Künstler hatte diese Aktionvor Jahrzehnten ins Leben gerufen. Eingraviert sind der Name, das Geburtsjahr sowie die Lebensstationen bis zu Deportation und Ermordung oder der Flucht in ferne Länder. Die Steine befinden sich nun im Pflaster der Bürgersteige vor den Häusern, in denen sie gelebt hatten.

Schüler der Geschichtskurse der Henry-Harnischfeger-Schule verlasen die Inschriften. Konfirmanden legten für jeden der Menschen, derer mit diesen Stolpersteinen gedacht wird, eine weiße Rose nieder und zündeten ein Licht an. Felix Wiedergrün stellte die Aktion, für die sich die Theatergruppe Feel-X und die Passionsspieler stark gemacht hatten, in Zusammenhang mit dem 80. Jahrestag der „Nacht der Schande“, in der in ganz Deutschland Synagogen brannten, jüdische Geschäfte zerstört, Wohnungen jüdischer Bürger verwüstet und diese verhöhnt, misshandelt, und zu Tode gehetzt wurden. Beliebte Nachbarn seien vom einen auf den anderen Tag zur Zielscheibe der Nationalsozialisten geworden. „Heute müssen in Zeiten schwindender Menschlichkeit Zeichen für mehr Menschlichkeit gesetzt werden“, sagte Wiedergrün. Dazu gehöre die Erinnerung an diejenigen, die in der 1930er und 1940er Jahren Opfer der Nationalsozialisten wurden.

Mehr dazu in der GNZ vom 10. November.

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