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Im Herzen ein Eisenbahner

Heiner Kauck ist begeisterter Modellbahner/Lok nach Birstein geholt

12 Jan 2018 / 21:03 Uhr
Birstein (erd). Viele Eisenbahnfans habe ihre Leidenschaft bereits in die Wiege gelegt bekommen – so auch der Birsteiner Heiner Kauck, dessen Vater Birsteiner Bahnhofsvorsteher war, weshalb die Familie im Bahnhof wohnte. Bis heute ist die Begeisterung des früheren Schulleiters des Gelnhäuser Grimmelshausen-Gymnasiums ungebrochen. Kauck hat eine große Modelleisenbahn mit famoser Landschaft und sogar die rote Lok nach Birstein geholt, die zum Wahrzeichen der Südbahn wurde.

Der Birsteiner Bahnhof hat Heiner Kaucks Leben geprägt. Von seiner Geburt an bis zu seinem 20. Lebensjahr hat er dort gewohnt. In seiner Kindheit drehte sich das ganze Leben um die Vogelsberger Südbahn, die damals noch mit der Dampflok T3 unterwegs war. Das Leben im Bahnhof war spannend, denn es passiert immer irgendetwas. Manchmal durfte er die Schranke des Bahnübergangs schließen oder die Fahrkarten knipsen. Er erinnert sich an die Amerikaner, die nach dem Krieg ihre Feldküche im Bahnhof untergebracht hatten, und die ihn mit Kaugummi, Süßigkeiten und Schokolade versorgten. Doch manchmal gab es auch brenzlige Situationen, etwa als der Vater das Diensttelefon benutzte und die Soldaten drohten, ihn zu erschießen.

Auch ein tödlicher Unfall ist ihm in Erinnerung. Damals war ein Zugbegleiter im Dunkeln übersehen worden und zwischen die Puffer zweier Waggons geraten. Den Anblick hatte man dem Kind erspart, doch an die Aufregung erinnert er sich noch heute.

Als Heiner Kaucks Vater bereits im Jahr 1952 mit gerade einmal 50 Jahren starb, änderte sich vieles. Für den damals zwölfjährigen Heiner war die unbeschwerte Kindheit schlagartig vorbei. Die Mutter konnte zwar vorerst im Bahnhof wohnen bleiben, doch Heiner Kauck baute bereits während seiner Studienzeit ein Haus im Bathwiesenweg, später ein neues Haus in der Rhönstraße, das er 1972 bezog.

Seine Leidenschaft für die Eisenbahn blieb. Dann allerdings mit einer Modellbahn, zunächst in der großen, letztendlich zu großen Spur 0, später mit Märklins Spur H0, deren Kombination aus kompakter Größe und gleichzeitig Detailverliebtheit den perfekten Kompromiss darstellt. Mit einer Lok und zwei Wagen ging es los, ein Gleisoval, zwei Weichen. Später kam ein Schienenbus hinzu, wie er damals auf vielen Nebenbahnen unterwegs war. Aber wie es bei fast allen vom Modellbahnvirus Befallenen so ist, bleibt es nicht dabei. Es folgen weitere Lokomotiven und Waggons, Häuser, ein Bahnhof, immer mehr Gleise, eine Landschaft, Brücken, Tunnel und vieles mehr. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt und es ist herrlich, sich in den vielen liebevollen Details zu verlieren. Heiner Kauck sagt: „Ich habe nicht geraucht, sondern mir lieber neue Schienen gekauft.“

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 13. Januar.

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