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650 Jahre Spielberg oder viel mehr?

Heimatforscher Ulrich Gascher diskutiert urkundliche Ersterwähnung

21 Aug 2015 / 19:59 Uhr
Brachttal-Spielberg (re/erd). Wie alt ist das Dorf Spielberg wirklich? Dass es dort bereits im 13. Jahrhundert eine Siedlung gegeben hat ist wahrscheinlich, doch interessant ist die belegbare Ersterwähnung in Büchern und Aufzeichnungen. So wird bereits im Jahr 1258 ein Schultheiß namens Reimboldus von Spegelberg erwähnt, aber sicher belegbar erscheint den Historikern eher das Jahr 1365. Dann wäre Spielberg jetzt 650 Jahre alt.

Der Historiker Heinrich Reimer betrachtet 1258 sogar als erste urkundliche Nennung Spielbergs. Der Historiker Dr. Klaus Peter Decker aus Büdingen kann indes keinen Zusammenhang erkennen und sieht die erste Nennung von Spielberg im Jahr 1365.

Im Rathaus Brachttal ist derzeit eine Ausstellung des Hobby- Archäologen Ulrich Gascher zu sehen, der die Geschichte Brachttals in einer kleinen Ausstellung mit Exponaten aus der Spielberger Burg sowie Schautafeln über die Geschichte aus früheren Jahrtausenden aufbereitet hat. Aus gegebenen Anlass, 650 Jahre Spielberg, ist die Ausstellung jetzt mit diesem Thema erweitert worden. Neu dazu gekommen ist jetzt die Schautafel, auf der sich alles um das Alter von Spielberg dreht.

Bei dem Dokument vom 15. April 1365 handelt es sich um eine Verkaufsurkunde: An jenem Tag verkauften Konrad V. und Konrad VI. von Trimberg ihren Anteil am Büdinger Wald für 2000 Pfund Heller Frankfurter Währung (2000 Goldgulden) an Heinrich von Isenburg, seine Frau Adelheid und ihren Sohn Johann. Sie behielten sich aber ein Gebiet in der Größe von einem Achtel Wald, Spielberg und die Rodungen der Siedler zurück. Demnach handelt es sich nicht um ein Gründungsdokument. Die erste Nennung ist vielmehr zufällig und gehört in den Kontext des Ausverkaufs der trimbergischen Lehensgüter. Der Ursprung Spielbergs hing offensichtlich damit zusammen, dass die „Herren von Büdingen“ 1247 im Mannesstamm ausstarben und deren Schwiegersöhne in den Genuss des Lehens „Büdinger Wald“ kamen. Unter den Erben waren auch die Trimberger, die gezielte Siedlungsgründungen unternahmen. Nach Ausweis von Keramikfunden in der Spielberger Burg wurde diese in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts angelegt. Es darf angenommen werden, dass zeitgleich mit der Burg auch jene Siedlung entstand, aus der sich später der Ort Spielberg entwickelte.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 22. August.

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