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Leichtathletik-Legende aus Bernbach

Heinrich „Heiner“ Huth blieb ein Olympia-Start versagt

17 Jun 2016 / 18:52 Uhr
    Freigericht-Bernbach (ml). Einen ganzen Meter läuft Heinrich „Heiner“ Huth vor Georg Hauke über die Ziellinie der provisorischen Rundenbahnen am US-Panzerplatz in Gelnhausen. Im Sprint ist dies eine halbe Ewigkeit, doch Mehrkämpfer Hauke muss sich an diesem Tag im Nachkriegsjahr 1947 nicht grämen. Er verliert das regionale Einladungsrennen gegen eine Bernbacher Leichtathletik-Legende, den Deutschen Doppel-Meister von 1943 über 100 Meter und die 4 x 100-Meter-Staffel. Nach dem Zieleinlauf gibt der Sieger bereitwillig Trainingstipps an Hauke weiter, es ist einer seiner letzten Wettbewerbe. In den aktuellen Freigerichter Heimatblättern hat Alois Hofmann die bewegende Geschichte von Huth erstmals ausführlich beleuchtet. Am kommenden Freitagabend referiert Hofmann bei einer Veranstaltung des Geschichtsvereins und des Gesangvereins Harmonie Bernbach über den 1990 gestorbenen Ausnahmesportler, den der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wohl um eine (zweimalige) Olympia-Teilnahme gebracht hat.

    Im Jahr 2015 jährte sich zum 25. Mal der Todestag des Bernbacher Top-Leichtathleten Heinrich „Heiner“ Huth, der – für viele in der Region unbekannt – deutsche Sportgeschichte Ende der 30er- und Anfang der 40er-Jahre geschrieben hat. Vielen Freigerichtern ist das „Beermicher“ Original eher unter dem Namen „Korzer-Hoiner“ ein Begriff, zumeist als lokale Fußballer-Größe der 50er und Sängerpersönlichkeit des Gesangvereins Harmonie Bernbach. Als Alois Hofmann, der aus Bernbach stammt und heute in Künzell lebt, als junger Geschichtslehrer zu Beginn der 70er-Jahre mit einer Schülergruppe heimische Geschichtsforschung zum Nationalsozialismus betrieb, fiel ihm ein Zeitungsartikel „Der junge Huth läuft allen davon“ in die Hände.

    Mehr in der GNZ vom Samstag, 18. Juni.

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