SUCHE

Mörderische Stimmen im Kopf

Schuldunfähig: Freispruch für 23-Jährige aus Selbold

03 Nov 2016 / 09:57 Uhr

Langenselbold/Hanau (pfz). Munter, fast im Plauderton antwortet die junge Angeklagte auf die Fragen von Richter Dr. Peter Graßmück. Absurd, wenn man bedenkt, dass die 23-Jährige im Mai in Langenselbold versucht hat, ihren Vater (48) mit einem Messer zu töten. Doch der gestrige Prozess vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Hanau ist nicht die Geschichte einer hasserfüllten Tochter, die auf ihren ungeliebten Vater einstechen wollte. Er ist vielmehr eine Lehrstunde dafür, was psychische Krankheiten in einem Menschen auslösen können.

Die junge Frau aus Langenselbold leidet seit geraumer Zeit an einer Psychose. Als häufige Symptome gelten Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Schon 2015 führte ihre Krankheit zu einem Suizidversuch. Sie wollte sich aus dem Fenster stürzen, ihr Bruder konnte sie gerade noch davon abhalten. „Ich habe den Teufel gesehen, hatte das Paradies und die Hölle vor Augen. Es gab keinen Ausweg“, schildert die 23-Jährige. Religion nimmt in ihrem Leben einen großen Platz ein. In letzter Zeit habe sie sich mehr und mehr dem Islam zugewandt, den Koran schon dreimal gelesen, sagt sie. Später wolle sie mal einen Job haben, bei dem sie fünfmal am Tag die Zeit hat zu beten. „Ich lebe mehr für das Jenseits als für das Diesseits.“ Die Gebete, so sagt sie, hülfen ihr, die Stimmen aus ihrem Kopf zu verbannen.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 2. November.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4