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Wenn der Turnschuh zum
gefährlichen Werkzeug wird

Nach Faustschlägen und Tritt ins Gesicht: Langenselbolder zu Haftstrafen verurteilt

29 Nov 2018 / 17:59 Uhr
Langenselbold (tmb). Ein Jahr und zwei Monate Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung lautet das Urteil für einen 30-jährigen Langenselbolder, der im Mai dieses Jahres in einem Langenselbolder Getränkemarkt den Marktleiter mit mehreren Faustschlägen zu Boden schickte und ihm anschließend noch ins Gesicht trat. Sein 62-jähriger Vater wurde wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Beide müssen zudem Geldstrafen in Höhe von 1000 Euro und 200 Euro an den Geschädigten zahlen.

„Nicht jeder Faustschlag ist eine gefährliche Körperverletzung. Die Folgen des Vorfalls haben mit dem Tathergang nichts zu tun“, sagte der Verteidiger, der keine Anzeichen für eine gefährliche Körperverletzung sah. Für eine solche sei ein gefährliches Werkzeug erforderlich. Er meinte: „Ein Turnschuh ist kein gefährliches Werkzeug, das brauchen wir hier nicht zu diskutieren.“

Nicht nur die Richterin sah das anders, sondern auch der Bundesgerichtshof, wie sie dem Anwalt vorhielt. Laut entsprechenden Urteilen gelte ein Turnschuh nämlich bereits seit den 90er Jahren als gefährliches Werkzeug, wenn er bei Tritten ins Gesicht eingesetzt werde.

Mehr: GNZ vom 30. November.

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