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Frühlingsgefühle im November

Heimische Imker klagen: Keine Winterruhe bei den Bienen

21 Nov 2018 / 19:33 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (erd). Sonnenblumen, Senf, Kohl und vieles mehr blüht farbenfroh auf einem Acker bei Untersotzbach. In der Luft liegt das Summen der Insekten, die sich am süßen Nektar und Pollen der Blüten laben. „Dieses Feld ist ein Traum“, sagt der Birsteiner Bioimker Dirk Hofmann, „wenn es im Juli/August so wunderbar blühen würde, und nicht Mitte November.“ Denn zu Beginn des Winters bereitet der Nahrungsüberschuss den Bienen Frühlingsgefühle und den Imkern Probleme.

Die Imker Volker Östreich und Klaus Spielmann sowie Bienensachverständiger Dirk Hofmann sehen klare Anzeichen eines großen Insektensterben. Und dafür gebe es handfeste Fakten, wie sie der Verein für Insektenkunde in Krefeld vorgelegt habe. Sie gehen von einer Abnahme der Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent in den vergangenen 27 Jahren aus. Der Entomologische Verein Krefeld hat in 63 Gebieten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg Malaise-Fallen ausgewertet, die zu dem erschreckenden Ergebnis kamen. Das könne jeder selbst nachvollziehen. Noch vor zehn oder 15 Jahren sei im Sommer die Frontscheibe des Autos von toten Insekten übersät gewesen – heute kaum noch. Allerdings wollen die Forscher den Fokus nicht auf die Honigbiene legen. Diese sei ein Nutztier, dem besondere Pflege zuteil werde.

Für den Brachttaler Imker Östreich bestätigt sich die Einschätzung der Krefelder Entomologen. Und verweist aber darauf, dass die Bienen wiederum mit anderen Problemen zu kämpfen haben – etwa mit Monokulturen oder Zwischenfrucht im Spätherbst.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 22. November.

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