SUCHE

Was der Abschied kostet

Kreisspitze legt Zahlen zum geplanten „Huxit“ vor

09 Nov 2018 / 17:21 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (nic). Wie im zwischenmenschlichen Bereich ist es auch auf kommunaler Ebene nicht mit einem kurzen Abschiedsgruß getan, wenn eine Stadt nach 44 Jahren ihrer „Familie“ den Rücken kehren und auf eigenen Beinen stehen will. Selbiges plant bekanntermaßen die Stadt Hanau. Welche Konsequenzen dies für den Rest der Familie – sprich: den Main-Kinzig-Kreis mit seinen dann noch 28 Kommunen – hätte, dieser Frage hat sich der Kreisausschuss intensiv gewidmet und nun konkrete Zahlen vorgelegt. Demnach erbringt der Kreis für seine bislang größte Kommune Dienstleistungen im finanziellen Umfang von 40 Millionen Euro und stellt dafür 177 Vollzeitstellen zur Verfügung.

Die wenigsten Schwierigkeiten, so wurde bei der heutigen Pressekonferenz im Main-Kinzig-Forum deutlich, sind in punkto Straßen zu erwarten: Nur 6,5 Kilometer Kreisstraßen im Hanauer Stadtgebiet werden derzeit vom Kreis betreut, und deren Übertragung dürfte ein recht unkompliziertes Unterfangen sein. Weitaus diffiziler mutet die Neuorganisation zahlreicher weiterer Aufgabenfelder an, die mit der Loslösung der Stadt Hanau vom Kreis in deren Aufgabenbereich fielen, allen voran der Bereich der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II, Hartz IV) und die Leistungen nach SGB XII (Sozialhilfe). Mit Führerscheinstelle, Gesundheitsamt und weiteren Bereichen widmen sich beim Kreis derzeit Mitarbeiter in 177 Vollzeitstellen damit zusammenhängenden Aufgaben, was einem Nettopersonalaufwand von rund 6 Millionen Euro entspricht. „Konservativ gerechnet“, wie Landrat Thorsten Stolz betont, denn hier sei zunächst nur die Ebene der Leistungserbringung und Sachbearbeitung erfasst und noch keinerlei Leitungsfunktion. Zudem verweist Stolz auf die Notwendigkeit des Aufbaus entsprechender Strukturen, weil man die erforderlichen Stellen für das Gesundheitsamt beispielsweise nicht einfach beim Krankenhaus andocken könne. Stolz nennt das aktuelle Zahlenwerk eine erste große Bestandsaufnahme, die in den nächsten Wochen noch vertieft werden solle, jedoch eine klare Tendenz erkennen lasse: Der Hanauer Kreisumlage von rund 38,5 Millionen Euro (2019) steht ein Nettoaufwand des Kreises von rund 40 Millionen Euro gegenüber.

Mehr dazu lesen Sie am Samstag, 10. November, in der GNZ.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4