Gemeinde Gründau verlegt „Stolpersteine“

Die Gemeinde Gründau will der NS-Opfer mit sogenannten Stolpersteinen gedenken (Symbolfoto).
Quelle: Jan Woitas/dpa
Gründau. Die Gemeinde Gründau wird künftig mit sogenannten Stolpersteinen an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Das Gemeindeparlament hat in der Sitzung am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Gettenbach einstimmig grünes Licht für einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion gegeben.
Die Stolpersteine werden vor den Wohnhäusern der NS-Opfer verlegt. Bis heute gibt es in Gründau noch keine solcher kleinen Gedenktafeln, obwohl es auch in den Orten der Gemeinde ein ausgeprägtes jüdisches Leben gab.
Nicht nur Mahnmal, sondern auch Aufruf zur Erinnerung und Wachsamkeit
Für die CDU-Fraktion ergriff Christoph Engel das Wort. Er erinnerte zunächst daran, dass am vergangenen Samstag ein neuer persischer Eisenbaum gemeinsam mit der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde im Liebloser Bürgerpark gepflanzt wurde. „Ein zweites Mal, nachdem der erste mutwillig und wahrscheinlich aus niederen Beweggründen zerstört wurde“, sagte Engel: „Nun haben wir ein Zeichen gesetzt; denn der Baum symbolisiert nicht nur Wachstum und Leben, sondern auch Toleranz, kulturellen Austausch und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.“ Engel weiter: „Und weil wir es nicht hinnehmen, wenn Unverbesserliche diese Zukunft zerstören wollen.“
Mit dem Antrag zur Verlegung von Stolpersteinen habe die CDU ebenfalls ein Zeichen setzen wollen. Und dieses stehe im gleichen Kanon, wie das des Eisenbaums: „Für Toleranz, Menschlichkeit, eine bessere Zukunft und zusätzlich gegen das Vergessen.“ Stolpersteine seien nicht nur Mahnmale, sondern auch ein Aufruf zur Erinnerung und zur Wachsamkeit gegenüber jeglicher Form von Intoleranz und Diskriminierung.
Engel (CDU): Wichtiges Zeichen für Toleranz und Menschlichkeit
„Die Verlegung der Stolpersteine soll uns daran erinnern, dass wir die Vergangenheit nicht vergessen dürfen. Sie sollen uns mahnen, wachsam zu sein und uns aktiv für eine Welt ohne Hass und Vorurteile einzusetzen“, betonte Engel. Angesichts des vom Recherchentzwerk „Correctiv“ aufgedeckten Treffens in Potsdam, das Engel an die Wannseekonferenz von 1942 erinnere, und Ewiggestriger, die die Demokratie gefährden, sei es wichtig, Zeichen für Toleranz und Menschlichkeit zu setzen.
GNZ










