SUCHE

Besondere Bedeutung dank „Fulda-Gap“

Rundgang auf dem Fliegerhorst in Erlensee

14 Aug 2019 / 16:47 Uhr
Erlensee-Langendiebach (tmb). Im Rahmen der „Tage der Industriekultur“ führte die Archäologin Eveline Grönke über den ehemaligen Fliegerhorst in Erlensee. Mit dabei war auch Erlensees Bürgermeister Stefan Erb, der über die aktuellen Entwicklungen des Areals berichtete. Grönke erzählte allerlei über das Gebiet, das sie als „historisches Schätzchen“ bezeichnete – von der Entstehung als NS-Flughafen, der Zeit als Atomwaffenstützpunkt der US-Streitkräfte während des Kalten Krieges und dem Besuch des US-Präsident J.F. Kennedy 1963.

Eveline Grönke ist eigentlich provinzial-römische Archäologin, hatte beruflich mit Erlensee und seiner Limes-Vergangenheit zu tun. Als sie als gebürtige Frankfurterin, sich auch mit der eigenen Geschichte beschäftigte, begannen ihre Forschungen zum Fliegerhorst. Das Gelände diente bis zum Abzug der US-Streitkräfte 2007 als Flughafen, umfasst 260 Hektar, davon 90 Hektar bebaut. Der 1936 entstandene Flughafen ist der einzige, der in Dreiecksform angelegt ist, und steht zu großen Teilen unter Denkmalschutz. Das unbebaute Gelände ist heute noch großflächig munitionsverseucht und darf nicht betreten werden. Verschiedene Baustile finden sich auf dem Gelände, vom „Heimatschutzsstil“ des beginnenden 20. Jahrhunderts über Bauhaus-Stil bis zu typischen Militäranlagen.

Das schwierige an der Forschung zum Fliegerhorst seien die Quellen, erklärte Grönke. Es existiere kein Bauplan aus der NS-Zeit, was unter anderem daran liegt, dass das Luftwaffenarchiv im Krieg abgebrannt ist, vereinzelt fänden sich noch Dokumente in Regionalarchiven, auch im hessischen Staatsarchiv seien viele Dokumente erhalten. Das große Archiv des Hanauer Anzeigers als ältester deutscher Tageszeitung habe sie ebenfalls genutzt. Während der NS-Zeit sei es eher unzuverlässig: „Fake-News sind keine Erfindung unserer Zeit, die gab es schon in der Antike.“ Eine wichtige Quelle seien Zeitzeugen; Grönke hat mit vielen von ihnen gesprochen. Unter anderem mit einer 90-jährigen Dame, die miterlebt hat, wie der NS-Flughafen gebaut wurde und die später als Barmixerin für die Amerikaner arbeitete. Auch wissenschaftliche Arbeiten – wie die Dissertation des Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe – seien eine gute Quelle. „Daraus puzzeln wir uns die Geschichte des Fliegerhorstes zusammen.“

Mehr: GNZ vom 15. August

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4