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Blick zurück auf bewegte Jahre

Hanaus Oberbürgermeisterin a. D. Margret Härtel wird 75

20 Dez 2018 / 16:00 Uhr
Hanau (re). Ihren Namen kennt in Hanau jedes Kind, und das ist ein bisschen Fluch und Segen zugleich. Denn während die einen damit zuvorderst den Aufschwung einer tristen Industriestadt verbinden, denken andere vor allem an die Frau, die sich im Dienstwagen zur Schönheits-OP nach Polen kutschieren ließ. Schlagzeilen, soviel steht fest, hat Härtel während ihrer neunjährigen Zeit als Hanauer Oberbürgermeisterin hinreichend produziert – positive wie negative. Am Freitag wird sie 75 Jahre alt.

Bei der Kommunalwahl 1972 – damals ist sie hochschwanger mit ihrem vierten Kind – bekommt sie einen sicheren Listenplatz, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch gar kein CDU-Parteibuch hat. Sie wird Stadtverordnete, später Partei- und bald auch Fraktionsvorsitzende der Hanauer CDU und schließlich OB-Kandidatin. 1994 wird sie die erste frei gewählte Hanauer Oberbürgermeisterin. Mit ihrer Art trifft Margret Härtel einen Nerv. Sie gibt sich volksnah, und das kommt an beim Volk. Hanau blüht – der Landesgartenschau sei Dank – im wahrsten Sinne des Wortes auf. Härtel initiiert CPH-Bau, Konversion oder den Teilverkauf der Stadtwerke, „erfindet“ den Weihnachtskalender am Hanauer Rathaus und macht Rudi Völler zum Ehrenbürger – inklusive medienwirksamem Empfang nach der erfolgreichen WM. Dass sie Auftritte wie diesen liebt, bringt ihr freilich auch Kritik ein.

Die Wiederwahl Härtels im Jahr 2000 ist eine Sensation, an die mitten im CDU-Spendenskandal nicht viele geglaubt haben. Doch die Freude über diesen Triumph währt nicht lange. Es gibt Stimmen, die sagen, der Erfolg sei ihr zu Kopf gestiegen, „Queen Margret“ schreibt die Presse. Sie pflegt bisweilen einen rüden Umgangston mit ihren Mitarbeitern, Mobbingvorwürfe werden laut.

Und dann ist da diese Dienstwagenfahrt nach Warschau...

Ihren Geburtstag am Freitag wird Margret Härtel groß feiern, das hat sie sich so gewünscht. Die Gästeliste ist lang. Ministerpräsident Volker Bouffier wird da sein, außerdem viele Freunde und Wegbegleiter.

Mehr lesen Sie am Freitag, 21. Dezember, in der GNZ

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