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Der lange Weg weg vom Plastik

Verzicht auf Kunststoff auf dem Hanauer Wochenmarkt

20 Aug 2019 / 15:50 Uhr
Hanau (nic). Schön ist er zweifelsohne, grün auch und frisch sowieso, und dass hier Obst, Gemüse, Käse, Wurst und Antipasti unverpackt und ganz nach dem persönlichem Bedarf eingekauft werden können, ist ein Umstand, den viele Kunden des Hanauer Wochenmarkts sehr zu schätzen wissen. Doch auch hier fällt mehr Plastikabfall an, als man auf den ersten Blick vermuten mag, und ebendem will man in der Grimm-Stadt nun den Kampf ansagen. Mit dem Ziel, den Wochenmarkt bis 2020 zur plastikfreien Zone zu machen, hatten sich jüngst elf Händler an einer vierwöchigen Testphase beteiligt (die GNZ berichtete), um auszuloten, wie alltagstauglich jenes Vorhaben ist. Das Resümee: Die Idee ist gut, um sie tatsächlich umzusetzen muss allerdings noch an einigen Stellschrauben gedreht werden.

Die guten Nachrichten zuerst: Unproblematisch war das Experiment an Beyers Imbiss zunächst in Sachen Essen auf die Hand: Wer seine Currywurst oder Fritten vor Ort umweltfreundlich verspeisen möchte, kann das problemlos aus einer Schale ohne Beschichtung tun und den Plastikspieß durch einen aus Holz ersetzen. Dass die rohen Fritten selbst aber, ebenso wie beispielsweise Hamburgerbrötchen, in Plastik verpackt sind, ist wiederum ein Umstand, der das Vorhaben des Plastikverzichts quasi schon an einem vorgelagerten Glied in der Kette konterkariert. „Das können wir leider nicht umgehen“, sagt Betreiber Peter Krebs, der zugleich Vorsitzender des Hanauer Wochenmarktvereins ist. „Schwierig wurde es aber auch bei den Verpackungen zum Mitnehmen: Die hielten der Hitze einfach nicht stand“, berichtet Krebs.

Ein paar Meter weiter bei Feinkost Bozkurt hat man jene Erfahrung auch ohne heiße Speisen gemacht – alleine durch die Sonneneinstrahlung schmolzen die Verpackungen für Oliven, Auberginencreme und Peperoni in sich zusammen. Gut findet Caglar Bozkurt die Idee mit der Plastikfreiheit trotzdem. „Unsere Kunden haben sich gefreut, da ist auf jeden Fall Interesse da“, sagt er. Manche Kunden brächten auch schon ihre eigenen Verpackungen mit, was zwar lobenswert sei, aber aus hygienischen Gründen eigentlich nicht erlaubt. Hinzu kommt die Problematik, dass jedes Behältnis wegen der Tara einzeln abgewogen werden müsse – an einem Samstag mit Hochbetrieb undenkbar.

Mehr dazu lesen Sie am Mittwoch, 21. August, in der GNZ.

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