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Drogen: Wenn die Polizei mitliest

Landgericht Hanau: Angeklagter soll über Kryptohandy Geschäfte gemacht haben

17. Januar 2022 / 20:51 Uhr

Hanau (tsl). „Das Datenaufkommen war absolut irre. Jeder macht mit jedem Geschäfte“, erklärt der Drogenermittler, der als Zeuge geladen ist, vor dem Landgericht Hanau. Abgewickelt wurden diese Geschäfte über die Verschlüsselungs-App „Anom“. Wie viele andere Kriminelle glaubte sich der 38-jährige Angeklagte sicher vor den Behörden, bis im Sommer vergangenen Jahres die Handschellen klickten. Denn bei der App handelte es sich um eine Falle des FBI. Nun muss sich der Hanauer wegen des Handels mit Kokain und Haschisch verantworten. Außerdem soll er eine Indoor-Plantage betrieben haben (wir berichteten).

Diese Vorwürfe hatte der 38-Jährige am ersten Verhandlungstag am vergangenen Mittwoch bereits eingeräumt. Am heutigen Montag ging es für Richterin Dr. Katharina Jost darum, die Aussagen des Angeklagten zu überprüfen. Dafür waren drei Polizeibeamte als Zeugen geladen: Einer war bei der Wohnungsdurchsuchung dabei, zwei gehörten zum Team, das die Anom-Chats auswertete.

Bei Letzterem sahen sich die Beamten einer riesigen Flut an Chats gegenüber. Alle zwei, drei Tage stellte das FBI Datenpakete zur Verfügung, schilderten die beiden Zeugen. „Das war also keine Echtzeitüberwachung, es gab immer ein bisschen Verzug“, sagte der erste Zeuge. Interessant waren die Chats trotzdem, auch wenn sie zu Beginn unübersichtlich erschienen: Die Beamten mussten sie wie Puzzlestücke zusammensetzen, um an die richtigen Namen zu kommen, denn im Chat wurden Decknamen verwendet. Der Angeklagte half aber selbst mit, indem er ein Selfie von sich postete. „Man kennt ihn auch aus der Hanauer Innenstadt“, so der Beamte, zudem überführte ihn ein Foto, auf dem neben Kokain auch seine tätowierte Hand zu sehen war.

Mehr lesen Sie in der GNZ am 18. Januar.

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