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Durchmarsch für den Amtsinhaber

Hanaus OB Claus Kaminsky mit 56,2 Prozent wiedergewählt

14 Mrz 2021 / 23:51 Uhr
Hanau (nic). Der Hanauer Oberbürgermeister wird auch in den kommenden sechs Jahren Claus Kaminsky heißen. Der Sozialdemokrat setzte sich bei der Wahl am Sonntag souverän durch und konnte trotz der Vielzahl der Kandidaten – eine Frau und sechs Männer hatten sich um den Sitz im Hanauer Rathaus beworben – im ersten Durchgang die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. 56,2 Prozent der Stimmen entfielen auf den Amtsinhaber, während CDU-Herausforderer Jens Böhringer 25,8 Prozent bekam, Anja Zeller von den Grünen immerhin 8,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 43 Prozent deutlich höher als bei der jüngsten OB-Wahl 2015, als nur 28,4 Prozent der Stimmberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht hatten.

Als gegen 18.45 Uhr auf der riesigen Leinwand in Saal 1 des Hanauer Kinopolis die ersten Ergebnisse zu sehen sind, ist schon klar, wohin die Reise an diesem Abend gehen wird. An der deutlichen Mehrheit für den Amtsinhaber ändert sich jedenfalls nichts mehr, bis um Punkt 20.29 Uhr alle 123 Wahllokale ausgezählt sind und das Ergebnis feststeht. Es ist eines, mit dem Kaminsky selbst so nicht gerechnet hat und das er deshalb „mit beachtlicher Demut“ entgegennimmt, wird er der im Kinosaal versammelten Presse mitteilen, als feststeht, dass ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen ist. „Ich war viel eher auf eine Stichwahl eingestellt, als darauf, heute schon Sieger dieser Wahl zu sein“, sagt der 61-Jährige, und dass er auch ein bisschen stolz sei darauf, zum vierten Mal hintereinander das Vertrauen der Wähler gewonnen zu haben. Das war bekanntlich so nicht geplant, denn eigentlich hatte Kaminsky, der seit 2003 Hanauer OB ist, kein weiteres Mal kandidieren wollen, dann aber angesichts der dramatischen Ereignisse in der Grimm-Stadt, namentlich dem 19. Februar und der Corona-Pandemie, entschieden, doch nochmals anzutreten. Weil, so formulierte er es selbst, ein Kapitän sein Schiff nicht in stürmischer See verlassen solle.

Dass jenes Schiff auch in turbulenten Zeiten bei Kaminsky in guten Händen ist, glauben in absoluten Zahlen immerhin 15.880 Hanauer, 7.304 hätten das Ruder lieber Jens Böhringer anvertraut. Der Christdemokrat zeigte sich im Nachgang insgesamt zufrieden mit dem Ergebnis: „Am Anfang habe ich schon eine gewisse Enttäuschung verspürt, weil ich mir natürlich eine Stichwahl gewünscht hätte“, räumt der 35-Jährige im Gespräch mit der GNZ ein. Letztlich aber habe ihm ein Viertel der Wähler das Vertrauen ausgesprochen – ein ganz klarer Auftrag, findet Böhringer. Ob er den möglicherweise künftig im Rahmen eines hauptamtlichen Magistratspostens ausführen kann, wird sich zeigen, wenn die Ergebnisse der Kommunalwahl feststehen und die Parteien mögliche Koalitionen austariert haben.

Ein wenig mehr Enttäuschung war bei Grünen-Kandidatin Anja Zeller zu spüren, die zwar dem Vernehmen nach „nicht wirklich an eine Stichwahl geglaubt“, im Ergebnis aber doch auf ein paar Stimmen mehr für sich selbst gehofft hatte. „Letztlich war es aber eine gute Erfahrung, als erste Frau für die Grünen angetreten zu sein. Da ist ein dritter Platz in Ordnung“, resümiert sie. Auf Platz vier kommt mit 4,3 Prozent der Stimmen AfD-Kandidat Meysam Ehtemai, es folgt mit 3,1 Prozent Jochen Dohn für die Linkspartei. Einzelbewerber Sven Zinserling holte nur 1,4 Prozent der Wählerstimmen, Dr. Gerhard Stehlik, der ebenfalls als unabhängiger Kandidat angetreten war, ganze 1,1 Prozent. Insgesamt hatten 28.713 von 66.737 Hanauer Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

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