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Ein bizarrer Freundeskreis

Prozess um Sylvia D. am Hanauer Landgericht: Vater des toten Jan sagt aus

07 Nov 2019 / 22:48 Uhr
    Hanau (nic). Für Helmut H. sind sie allesamt Teil einer gezielten Rufmordkampagne, im Prozess gegen die mutmaßliche Sektenführerin Sylvia D. aber werden die Aussagen derjenigen, die die Gemeinschaft rund um die heute 72-Jährige und ihren inzwischen verstorbenen Mann verlassen haben, mit großer Spannung erwartet. Bislang jedoch hat noch keiner der Aussteiger vor Gericht ausgesagt, sondern ausschließlich Zeugen, die Sylvia D. und ihrem Lebensmodell nach wie vor wohlgesonnen sind. So wie Helmut H., Vater des 1988 unter unklaren Umständen verstorbenen Jan.

    Dennoch kommen mit jedem Verhandlungstag Details zutage, die das Bild einer grotesken Gemeinschaft im Haus der D.s zeichnen. Ein bizarres Beziehungskonstrukt aus religiösem Wahn, psychischer Abhängigkeit, finanzieller Ausbeutung und eigenwilligen sexuellen Gepflogenheiten.

    Über sein Kind kann Helmut H. bestürzend wenig sagen: Was er gern oder eben nicht gegessen hat, mit welchen Kindern er gespielt oder welche Bücher er gemocht hat – Helmut H. weiß nichts von alledem. Die letzten Fotos, die er und seine Frau von ihrem einzigen Sohn gemacht haben, stammen aus der Zeit, als Jan etwa zwei Jahre alt war. Danach, so erklärt H. vor Gericht, habe man angefangen, so viel wie möglich zu sparen und deshalb „überhaupt keine Fotos mehr gemacht“.

    Mehr: GNZ vom 8.11.

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