SUCHE

Gegen das Vergessen

Gedenktafeln erinnern an die Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar

21 Sep 2020 / 18:04 Uhr
Hanau (nic). Iulia Paun streicht über das Portrait ihres Sohnes auf dem weißen Kreuz, als streichelte sie sein Gesicht. Es liegt so viel Schmerz in dieser Geste, denn ihr einziges Kind ist tot. Vili starb vor sieben Monaten, genau hier, auf einem Discounter-Parkplatz in Hanau-Kesselstadt. Seit Samstag erinnert hier nun ein weißes Kreuz an ihren Jungen, jeweils eine Gedenktafel hier und am Heumarkt außerdem auch an die acht anderen jungen Menschen, deren Leben Tobias R. am 19. Februar aus rassistischem Hass ausgelöscht hatte.

Dass es kein Wort gibt, das ausdrückt, was aus Eltern wird, die ihr Kind verloren haben, sagt Niculecu Paun am Samstag vor Angehörigen und Freunden der Opfer, Vertretern der Stadt und den Opferbeauftragten von Bund und Land, die zur offiziellen Enthüllung der Gedenktafeln gekommen sind. Kinder werden zu Waisen, Frauen und Männer zu Witwen und Witwern. Für Mütter und Väter, deren Kind stirbt, fehlt ein Begriff. Und Vili-Viorel war mehr noch als ein Sohn für ihn, sagt er. „In der Nacht zum 19. Februar habe ich meinen besten Freund verloren.“ Auch dafür gibt es kein Wort.

Mehr: GNZ vom 22. September

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Schlagwörter: