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Hanauer Attentat wird verfilmt

Vertreter der Stadt entsetzt: Uwe Boll kündigt Arbeit über den 19. Februar an

12 Mrz 2021 / 20:37 Uhr
Hanau (mab/re). Der deutsche Regisseur Uwe Boll verfilmt die Ereignisse der Hanauer Mordnacht vom 19. Februar 2020. Eines der Opfer soll offenbar von Momo-Darstellerin Radost Bokel gespielt werden. Einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung vom Donnerstag bestätigte Boll am Freitag auf seiner Facebook-Seite. In einem offenen Brief zeigen sich Vertreter der Hanauer Fraktionen, des Magistrats und Angehörige der Opfer entsetzt von der Ankündigung und fordern den Regisseur mit Nachdruck auf, das Projekt fallenzulassen.

Das Verhältnis des Mainzer Regisseurs zur Fachpresse als schwierig zu bezeichnen, wäre eine deutliche Untertreibung. Aufsehen erregte Uwe Boll beispielsweise 2006, als er fünf seiner größten Kritiker zu einem Boxkampf nach Vancouver einlud, um mit ihm in den Ring zu steigen. Filmästhetische Fragen dürften in der Diskussion über das jüngste Projekt des Regisseurs jedoch eine untergeordnete Rolle spielen. Wie Boll gestern auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben hat, dreht sich sein neuester Film um die Hanauer Attentate vom 19. Februar. „Hanau“ soll der Auftakt einer neuen Filmreihe mit dem Namen „Deutschland im Winter“ sein. Dabei bezieht sich Boll klar auf den Episodenfilm „Deutschland im Herbst“, der 1978 erstmals gezeigt wurde. Der Film war eine Gemeinschaftsproduktion mehrerer Vertreter des sogenannten Neuen Deutschen Films, unter anderem Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff und Alexander Kluge. Inhaltlich ging es um eine Auseinandersetzung mit dem Terror der RAF und dessen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima der Bundesrepublik.

Mehr: GNZ vom 13. März.

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