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Missbrauch per WhatsApp

Hanauer muss für mehr als drei Jahre in Haft

29 Jun 2020 / 21:48 Uhr
Hanau (mab). Mit einem Schuldspruch ist gestern in Hanau der Missbrauchsprozess gegen einen 29-jährigen Mann zu Ende gegangen. Das Landgericht verurteilte den Angeklagten zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sieben Monaten. Zuvor hatte der Hanauer unter anderem gestanden, mithilfe gefälschter Profile bei Messengerdiensten wie WhatsApp und Instagram an pornografische Aufnahmen minderjähriger Mädchen gelangt zu sein. Alles andere als ein Einzelfall, wie Staatsanwalt Oliver Piechaczek in seinem Plädoyer betonte: „Wir haben es mit einem Flächenbrand zu tun, den wir kaum noch löschen können.“ Statt das Strafmaß für den Besitz von Kinderpornografie zu erhöhen, forderte er die Politik auf, für eine bessere personelle Ausstattung in den Strafverfolgungsbehörden zu sorgen.

„Hinter jedem 13-jährigen Michael im Internet kann ein 57-jähriger Karlheinz stecken“, wiederholte Staatsanwalt Oliver Piechaczek in seinem Plädoyer die Worte, die der Vater eines der Opfer am zweiten Verhandlungstag benutzt hatte. Der Zeuge hatte vor Gericht die tiefe Verunsicherung geschildert, der sich seine Familie ausgesetzt sieht, nachdem die Tochter eine Beziehung mit dem Angeklagten unterhalten hatte. Vier Mal hatte sich der 29-Jährige im Sommer 2019 mit der damals Zwölfjährigen in Wiesbaden getroffen. Zuvor hatte der Hanauer das Mädchen über WhatsApp kontaktiert und vorgegeben, ein 16-jähriger Jugendlicher namens Raphael zu sein. Eine Masche, die offensichtlich verfing, und das nicht zum ersten Mal. Die frühesten Vorwürfe, wegen denen sich der Angeklagte im Verfahren verantworten musste, fallen bereits ins Jahr 2015.

Mehr: GNZ vom 30. Juni.

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