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Mit der Wut im Bauch

Geldstrafe im Beleidigungsprozess gegen Vater des Hanau-Attentäters gefordert

09. September 2022 / 20:26 Uhr
Hanau (nic). Bis zur ersten Unterbrechung dauert es nicht einmal fünf Minuten: Hans-Gerd R., wegen Beleidigung in drei Fällen angeklagt (wir berichteten) verlangt eine Kopie des Schriftsatzes, der gerade verlesen werden soll – und zwar sofort. Als seinem Willen nicht entsprochen wird, beantragt er die Ablehnung der Vorsitzenden Richterin wegen Befangenheit, redet sich mehr und mehr in Rage, wird laut. So laut, dass die Vorsitzende ihm mit Ordnungsmitteln droht. Es soll nicht der einzige Vorfall bleiben, der den Berufungsprozess in die Länge zieht und so gibt es auch am zweiten Verhandlungstag noch kein Urteil.

Es ist ein ganzer Berg gelber Aktenordner, die Hans-Gerd R. mit zur Verhandlung gebracht hat, und er lässt keine Gelegenheit aus, hervorzuheben, dass es ihm zustehe, jene vor Gericht vorzutragen. Schriftverkehr mit Behörden, seitenweise Strafanzeigen und Eingaben an den Generalbundesanwalt und zugleich Ausdruck eines tief verwurzelten Unrechtsempfindens.

Einmal mehr wird an diesem Tag klar, wie groß R.s Bedürfnis ist, das von ihm nach seiner Überzeugung erlittene Unrecht öffentlich zu machen. Jenes fußt in weiten Teilen auf einer rein subjektiven Überhöhung, an anderer Stelle aber auch auf Tatsachen.

Mehr: GNZ vom 10. September.

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