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Mit Mundschutz und Menschlichkeit

Nähe trotz Distanz erschwert die Hospizarbeit

24 Apr 2020 / 17:49 Uhr

Einsamkeit, das ist für viele eine bedrohlich dunkle Wolke, doch für Menschen im Hospiz wird sie schnell zu einem Unwetter unschätzbaren Ausmaßes. Wer dem Tod näher ist, als dem Leben, für den ist es nicht selten die größte Angst, allein, auf sich gestellt, nicht hinreichend versorgt zu sein. Eine Angst, der man im Hospiz Louise de Marillac mit viel Engagement und Empathie begegnet, um den Patienten, die dort Gäste heißen, ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Dann kam Corona, und damit die Frage, wie man dieser Herausforderung begegnet.

Während in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern seit Anfang des Monats ein striktes Besuchsverbot gilt, kristallisierte sich relativ schnell heraus, dass sich das auf die Hospize so nicht wird übertragen lassen. Menschen in den letzten Wochen, vielleicht auch nur Tagen ihres Lebens den Kontakt zu ihren Liebsten zu verwehren, widerspricht der Idee der Hospizarbeit, sie in dieser schwierigen Phase zu begleiten und zu tragen. Die Tür zum Hanauer Hospiz steht deshalb für gewöhnlich stets offen, feste Besuchszeiten gibt es nicht. Doch neben Wohl und Weh des Einzelnen hat das Hospiz selbstredend auch eine Fürsorgepflicht für alle Gäste im Haus, ebenso natürlich auch für die Mitarbeiter. „Sollte nur einer positiv getestet werden, müsste das gesamte Team in Quarantäne“, sagt Sven Haustein, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe Fulda, dem Träger des Hanauer Hospizes. Weil es keine einheitliche Vorgabe gibt und jede Einrichtung gehalten ist, ihren eigenen Umgang mit der Situation zu finden, hat der Träger den Rahmen abgesteckt – für sämtliche Einrichtungen, die zur Vinzenz Gruppe gehören. „Anders als in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern haben wir uns im Bereich Hospiz gegen ein generelles Besuchsverbot entschieden, so dass nahe Angehörige auch weiterhin kommen dürfen“, sagt Haustein.

Jene werden gehalten, sich abzusprechen, damit stets nur ein Besucher pro Gast vor Ort ist und nicht alle am Sonntagnachmittag kommen. Jeden Morgen gibt es eine Telefonkonferenz mit den Leitungen aller Einrichtungen, in dem Verdachtsfälle abgefragt und aktuelle Entwicklungen besprochen werden.

Mehr dazu lesen Sie am Samstag, 25. April, in der GNZ.

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