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„Rückwärtsgewandt und zutiefst provinziell“

Hanauer Friedensplattform kritisiert Ausstellung / Stadt weist Vorwürfe zurück

07 Jan 2019 / 17:58 Uhr
Hanau (re). Die Art der Geschichtsdarstellung sei „ein Skandal“, lasse eine kritische Darstellung der preußisch-militaristischen Staats- und Gesellschaftsstrukturen vermissen und von einer differenzierten Betrachtung könne keine Rede sein – die Hanauer Friedensplattform übt harsche Kritik an der Ausstellung „Hanau in feldgrauer Zeit – Zusammenbruch und Revolution 1918“, die derzeit im Schloss Philippsruhe zu sehen ist.

Die von dem bekannten Hanauer Militärhistoriker Jens Arndt kuratierte Ausstellung strotze, so monieren acht Mitglieder der Friedensplattform, vor Militaria, die jedoch in keinen gesellschaftlich-politischen Zusammenhang gestellt werde. Unwichtige Einzelheiten, wie eine Aufstellung der Standorte verschiedener Bataillone nähmen hingegen den größten Raum ein.

So sei auf einem Plakat ein siebzehnjähriger Junge in Uniform abgebildet, Kritik daran, dass halbe Kinder für deutsche Großmachtinteressen missbraucht wurden, gebe es dagegen nicht. „Ungeheuerlich“ nennen die Mitglieder der Friedensplattform den Umstand, dass der Errichtung eines Kriegerdenkmals mit einem Soldaten in aggressiv-heroischer Pose ein eigener Ausstellungsraum gewidmet sei. Seitens der Stadt weist man die Kritik zurück.

Mehr in der GNZ vom 8. Januar.

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