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Schmerzhafte Spurensuche

Werner Borngräber hält die Erinnerung an KZ-Außenstelle in Erlensee wach

12 Jul 2021 / 15:43 Uhr
Erlensee-Langendiebach (mab). Wer seine Geschichte nicht kennt, sieht nur ein kleines Wäldchen. Doch das Areal unweit des ehemaligen Fliegerhorsts bei Langendiebach birgt ein dunkles Geheimnis. Hier befand sich im Dritten Reich die Außenstelle des SS-Sonderlagers Hinzert, in dem während des Zweiten Weltkriegs bis zu 1 000 arbeitsfähige Gefangene aus den besetzten Gebieten untergebracht waren. Werner Borngräber, Mitglied des Erlenseer Geschichtsvereins, kämpft seit den 90er Jahren dafür, dass die Erinnerung an das Arbeitslager wachbleibt. Nach zwei Informationstafeln und einer ausführlichen Broschüre will der Verein jetzt einen „Pfad gegen das Vergessen“ zu den noch vorhandenen Fundamenten anlegen.

Ein Sonntag Anfang Mai. Werner Borngräber führt die Mitglieder der Facebook-Gruppe „Historisches Langenselbold“ zu den Mauerresten der ehemaligen KZ-Außenstelle. Der Weg ist beschwerlich. Die Teilnehmer müssen sich durch Sträucher und Büsche kämpfen. Offenbar war das genauso geplant, verdeutlicht der Heimatforscher seinen Gästen und weist auf die auffällig geraden Baumreihen hin. „Die Gemeinde Langendiebach hat diese Bäume nach Ende des Zweiten Weltkriegs ganz bewusst angepflanzt, um zu verbergen, was sich hier befand: das Außenlager des KZ Hinzert bei Trier.“

Obwohl Borngräber im Kinzigtal aufgewachsen ist, hat er erst in den 90er Jahren von der Einrichtung erfahren, die in den 50er Jahren abgerissen wurde. Auf dem Gelände wurde ein Hügel aufgeschüttet, es fanden Motorradrennen statt. Borngräber war in seiner Jugend bei einigen dabei. „Im Winter traf sich die Jugend zum Rodeln“, erinnert er sich.

Erst 1995 erfuhr er von der dunklen Geschichte des Orts – durch einen Zufall.

Mehr: GNZ vom 13. Juli.

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